Die europäischen Asyl-Rekordzahlen von 2015 (1,4 Millionen) und 2016 (1,3 Millionen) wurden insgesamt nicht erreicht. Einzelne EU-Länder aber verzeichneten laut EUAA mehr Anträge als jemals zuvor seit Beginn der europaweit gesammelten Aufzeichnungen im Jahr 2008, darunter etwa Österreich, Frankreich, Spanien und Portugal.

Von den knapp eine Million Asylanträgen gingen die meisten in Deutschland (244 000), Frankreich (156 000), Spanien (118 000), Österreich (109 000) und Italien (84 000) ein. Die meisten Anträge wurden von Menschen aus Syrien, Afghanistan, der Türkei, Venezuela und Kolumbien gestellt. Unter den Antragstellern waren 42 000 unbegleitete Kinder und Minderjährige - das sind so viele wie seit 2016 nicht mehr. Fast zwei Drittel davon sind Afghanen oder Syrer.

"Eine Kombination von Krisen, darunter neue und anhaltende Konflikte, Klimaschocks, geopolitische Unruhen, Gewalt und Verfolgung, veranlasste Millionen von Menschen zur Flucht aus ihrer Heimat im vergangenen Jahr 2022", heisst es im Bericht. "Die russische Invasion der Ukraine führte zu einer der sich am schnellsten entwickelnden und grössten Vertreibungskrisen seit dem Zweiten Weltkrieg."/msw/DP/ngu