Israel-Politik spaltet EU

Offen ist, ob eine klare Positionierung der EU-Staaten zustande kommen wird. Länder wie Spanien, Irland und Belgien fordern zwar scharfe Sanktionen wegen der israelischen Siedlungspolitik. Deutschland und andere waren bis zuletzt allerdings dagegen.

Wenn die Handelseinschränkungen als aussenpolitische Sanktionen eingestuft werden, könnten sie nur einstimmig beschlossen werden. Selbst wenn nicht, wäre allerdings auch für Massnahmen im Bereich der Handelspolitik eine qualifizierte Mehrheit nötig. Das heisst, 15 der 27 EU-Staaten müssten zustimmen, und diese müssten zusammen auch mindestens 65 Prozent der Gesamtbevölkerung der EU repräsentieren.

Russland drohen weitere Sanktionen

Weitere Themen bei dem Aussenministertreffen sind die jüngsten Entwicklungen im Iran-Krieg sowie der anhaltende russische Angriffskrieg gegen die Ukraine. Geplant ist dabei auch, gegen weitere Personen, Einrichtungen und Organisationen aus Russland Sanktionen zu verhängen. Unklar war bis zuletzt, ob auch schon ein umfassendes neues Paket mit Handelsbeschränkungen und anderen Massnahmen in Kraft treten kann. Die Verhandlungen darüber dauerten zuletzt noch an.

Aus Deutschland wird Aussenminister Johann Wadephul (CDU) zu den Gesprächen erwartet. Der ukrainische Aussenminister Andrij Sybiha ist zu einem informellen Gedankenaustausch nach Brüssel eingeladen./aha/DP/he

(AWP)