Demnach will die Behörde neben der Abfederung von hohen Preisen unter anderem auch die Koordinierung zwischen den Mitgliedsländern verstärken, den Verbrauch von Öl und Gas verringern und ersetzen und die Elektrifizierung fördern.

Stromsteuer

Als eine Massnahme, um die Energiekosten zu drücken, erwägt die EU-Kommission etwa, niedrigere Stromsteuern möglich zu machen: Indem die Richtlinie zur Besteuerung von Energieerzeugnissen und Strom geändert wird, solle auch sichergestellt werden, dass Strom niedriger besteuert werde als fossile Brennstoffe, heisst es in dem Entwurf. Bestehende Bedingungen für die Anwendung eines Nullsteuersatzes etwa für energieintensive Industrien sollen aufgehoben und die Besteuerung für schutzbedürftige Haushalte auf null gesenkt werden.

Befüllung der Erdgasspeicher

Damit Preise stabil bleiben und genug Energie vorhanden ist, plant die Brüsseler Behörde dem Papier nach zudem, die Befüllung von Gasspeichern zu koordinieren. So sollen durch enge Überwachung und Abstimmung mit den Mitgliedstaaten hinsichtlich des Zeitpunkts von Einkäufen Preisspitzen aufgrund gleichzeitiger erhöhter Nachfrage vermieden werden. Die EU-Länder sollen ausserdem flexibler sein beim Füllen der Gasspeicher.

Elektrifizierungsziel

Im Laufe der kommenden Monate plant die EU-Kommission dem Dokument zufolge darüber hinaus, ein Elektrifizierungsziel für die Wirtschaft vorzuschlagen. Damit sollen bestehende Hindernisse für die Elektrifizierung etwa in Industrie, Verkehr und Gebäuden adressiert werden.

Weitere Massnahmen

Auch eine drohende Kerosin-Knappheit, vor der die Luftverkehrsbranche bereits gewarnt hatte, soll dem Dokument zufolge mit dem Massnahmenpaket in der kommenden Woche adressiert werden. In dem der Deutschen Presse-Agentur vorliegenden Entwurf heisst es bislang nur, dass die Kapazitäten der europäischen Raffinerien besonders mit Blick auf den Flugtreibstoff maximiert werden müssen. Vorhaben bezüglich des Treibhausgashandelssystems der EU sind darüber hinaus geplant, aus dem Entwurf geht allerdings nichts Konkretes hervor.

Reaktionen

Von der Deutschen Umwelthilfe (DUH) hiess es, mit den Plänen mache die EU-Kommission vor, wie eine kluge Antwort auf die Energiekrise aussehe. «Europa zeigt Verlässlichkeit, hält Kurs beim Green Deal und baut eine Zukunft auf Basis von Effizienz, Elektrifizierung und Erneuerbaren», sagt Constantin Zerger von der Umweltschutzorganisation. Für die Bundesregierung müssten die Massnahmen ein Weckruf sein. «Sie sind das glatte Gegenteil der Vorschläge von Katherina Reiche. Die Wirtschaftsministerin muss endlich ihre eigenen ideologischen Barrieren überwinden», fordert er./rdz/DP/zb

(AWP)