«Mit der heutigen Verabschiedung schafft die EU einen solideren Rahmen, um auf globale Marktverzerrungen zu reagieren, den fairen Wettbewerb zu schützen und sowohl Stahlherstellern als auch nachgelagerten Industriezweigen mehr Sicherheit zu bieten», liess sich der zypriotische Industrieminister, Michael Damianos, am Montag in einer Mitteilung des Rates zitieren. Zypern präsidiert derzeit und bis Ende Juni den Rat der Mitgliedstaaten der EU.
Gemäss Angaben der EU sollen die weltweiten Überkapazitäten bis 2027 auf 721 Millionen Tonnen Stahl ansteigen. Das sei mehr als das Fünffache des jährlichen Verbrauchs der EU. Zudem hätten handelsbeschränkende Massnahmen von Drittländern dazu geführt, dass der EU-Markt zum Hauptabnehmer des Überschusses geworden sei.
Deshalb stehe die Branche - die in der EU als strategisch gilt - unter «erheblichem Druck», hiess es in der Mitteilung weiter. Seit 2007 seien bis zu 100'000 Arbeitsplätze in der Stahlindustrie verloren gegangen.
Schweiz hat «stark integrierte Lieferketten»
Aus Sicht des Bundes liegt es im Interesse beider Seiten, dass die Schweizer Stahlexporte in die EU nicht beeinträchtigt werden, wie das Staatssekretariat für Wirtschaft (Seco) vergangene Woche nach einem Treffen mit Vertretern der Europäischen Kommission schrieb. Die Massnahme gefährde die «stark integrierten Lieferketten».
Brüssel und Bern führen derzeit im Rahmen der Welthandelsorganisation (WTO) Verhandlungen über die Stahlmassnahmen. Konkret soll die Schweiz ein Kontingent erhalten, um weiterhin zollfrei Stahl in die EU exportieren zu können.
(AWP)
