In den Monaten März bis Mai war der Stimmungsindikator noch jeweils gefallen, nachdem der Beginn des Iran-Kriegs Ende Februar und die Sperrung der Strasse von Hormus stark belastet hatte. Trotz des Anstiegs im Juni bleibt der Stimmungsindikator unter der Expansionsschwelle von 50 Punkten, was auf ein Schrumpfen der wirtschaftlichen Aktivitäten hindeutet.
Die bessere Stimmung zeigte sich nur in den Firmen aus dem Bereich Dienstleistungen, in den Industriebetrieben trübte sich die Stimmung hingegen weiter ein. Allerdings bleibt der Stimmungsindikator im Verarbeitenden Gewerbe über der Expansionsschwelle.
In den beiden grössten Volkswirtschaften der Eurozone zeigte sich eine unterschiedliche Entwicklung. In den deutschen Betrieben hat sich die Stimmung generell eingetrübt. Analysten wurden von der Entwicklung überrascht. Sie hatten eine Verbesserung erwartet. Vor allem das Stimmungsbild in den Firmen des Dienstleistungssektors fiel schwach aus. «Die konjunkturellen Perspektiven sind noch von Unsicherheit geprägt», kommentierte Analyst Ulrich Wortberg von der Landesbank Hessen-Thüringen.
In Frankreich, der zweitgrössten Volkswirtschaft der Eurozone nach Deutschland, zeigte sich hingegen eine bessere Stimmung in den Industriebetrieben und im Bereich Dienstleistungen. In der Industrie stieg der Indikator zudem über die Wachstumsschwelle. Dennoch deuten die Stimmungsdaten weiterhin kaum auf eine Entlastung für die französische Wirtschaft hin, wie es in einer Einschätzung des britischen Analysehauses Pantheon Macroeconomics heisst.
«Die Wirtschaft der Eurozone zeigt genügend Widerstandskraft, um eine Rezession gerade noch zu vermeiden», sagte Chris Williamson, Chefvolkswirt bei S&P Global. Zudem sei es eine gute Nachricht, dass sich der jüngste Abschwung im Servicesektor abgeschwächt habe. Williamson begründete dies mit der Tourismus- und Freizeitbranche, wo sich eine Erholung der Nachfrage abzeichne./jkr/jsl/nas
(AWP)
