Die Vereinbarung sei für beide Konzerne eine Neuheit. Für EWE ist es nach Unternehmensangaben der erste Grossabnahmevertrag für Wasserstoff aus der 320-Megawatt-Erzeugungsanlage, die derzeit in Emden errichtet wird. Für Salzgitter ist es demnach der erste Grossvertrag mit einem Wasserstoff-Lieferanten. Salzgitter will in den kommenden Jahren schrittweise auf eine nahezu emissionsfreie Stahlproduktion umstellen.
Konzerne fordern Unterstützung aus der Politik
«Ohne erste Lieferverträge wird sich keine deutsche Wasserstoffwirtschaft entwickeln», sagte Salzgitter-Vorstand Gunnar Groebler. Dieser Schritt sei daher mit einem Appell an die Politik verbunden, weil der Wasserstoff-Hochlauf weiter vor hohen Hürden stehe. «Es bedarf nach wie vor umfassender Massnahmen, um die Kostenlücke zu schliessen und unternehmerischen Risiken zu minimieren», betonte Groebler.
«Eine funktionierende Wasserstoffwirtschaft schützt nicht nur das Klima. Sie stärkt auch die industrielle Resilienz Europas, macht uns unabhängiger von fossilen Energieimporten und hilft dabei, Energie langfristig wettbewerbsfähig zu halten», sagte EWE-Chef Stefan Dohler. Auch er richtete sich an die Politik. Es brauche wettbewerbsfähige Strompreise, praktikable Regeln für grünen Wasserstoff und langfristige Investitionssicherheit.
Ministerpräsident: «Die Transformation wird konkret»
Bei der Vertragsunterzeichnung waren Gitta Connemann (CDU), Parlamentarische Staatssekretärin im Bundesministerium für Wirtschaft und Energie, sowie mehrere Kabinettsmitglieder aus Niedersachsen dabei. Connemann verwies darauf, dass der Bund den Umbau der Stahlproduktion in Salzgitter mit 925 Millionen Euro unterstütze und die Wasserstoffproduktion in Emden mit 267 Millionen Euro fördere.
Niedersachsens Regierungschef Olaf Lies (SPD) freute sich, dass zwei starke Unternehmen aus dem Bundesland vorangehen und langfristig Verantwortung übernehmen. Verträge wie dieser zeigen aus seiner Sicht: «Die Transformation wird konkret»./bch/DP/stw
(AWP)
