Die Staatsanwaltschaft wirft Stadler vor, zugelassen zu haben, dass zwischen dem 19. Dezember 2015 und dem 30. November 2017 in Deutschland 26 546 mangelhafte Fahrzeuge verkauft worden seien - mit einem Schaden von 69 Millionen Euro. Bei den Mitangeklagten Wolfgang Hatz und dem Ingenieur P. umfasst der Vorwurf insgesamt 94 924 Autos in Deutschland und den USA im Zeitraum von Ende 2008 bis November 2015 mit einem Schaden von 2,2 Milliarden Euro. Er ist deswegen so viel höher, weil die Staatsanwaltschaft für die 66 026 US-Fahrzeuge nur noch Schrottwert ansetzt.
In dem Prozess, der sich inzwischen seit zwei Jahren und neun Monaten hinzieht, haben inzwischen alle Angeklagten gestanden. Das Verfahren gegen einen von ihnen wurde bereits gegen eine Geldauflage eingestellt, bei Stadler und P. gab es im Vorfeld der Geständnisse Verständigungen zwischen Angeklagten, Gericht und Staatsanwaltschaft zum Strafmass, die Bewährungsstrafen und Geldauflagen beinhalten. Bei Hatz hat die Staatsanwaltschaft eine entsprechende Verständigung abgelehnt. Stadler hatte davor lange seine Unschuld beteuert. Erst im Frühjahr, nach einem Hinweis des Gerichts, dass ihm eine Haftstrafe drohen könnte, änderte er seine Position./ruc/DP/ngu