Gemeinsam mit Israel hatten die USA den Iran vor fast fünf Wochen angegriffen. Seitdem wurden Dutzende führende Vertreter aus Militär und Politik getötet, darunter auch Irans oberster Führer Ajatollah Ali Chamenei. Der Iran reagierte mit Raketenangriffen auf Israel und arabische Staaten am Golf. In der Strasse von Hormus brachte das iranische Militär die Schifffahrt mit Attacken und Drohungen nahezu zum Erliegen, was die Ölpreise in die Höhe schnellen liess. Ein schnelles Ende des Kriegs ist weiterhin nicht in Sicht.

Sarif: «Win-Win-Situation» wäre möglich

«Anhaltende Feindseligkeit wird zu einem grösseren Verlust wertvollen Lebens und unersetzlicher Ressourcen führen, ohne die bestehende Pattsituation tatsächlich zu verändern», schrieb Sarif weiter. Der Krieg habe gezeigt, dass Irans Raketen- und Atomprogramm militärisch nicht beendet werden könne. Seiner Ansicht nach sollte Teheran wie in der Vergangenheit anbieten, sein Atomprogramm einzuschränken und die Strasse von Hormus öffnen. Im Gegenzug müssten die USA internationale Sanktionen aufheben.

Sarif schrieb weiter, dass auch wirtschaftliche Zusammenarbeit denkbar sei. Es wäre eine «Win-Win-Situation» für beide Staaten. «Dieser Krieg, so schrecklich er auch ist, hat die Tür für eine dauerhafte Einigung geöffnet. Die Iraner mögen empört sein, doch sie können voranschreiten in dem Wissen, dass sie angesichts eines massiven und illegalen militärischen Angriffs durch zwei atomar bewaffnete Mächte standhaft geblieben sind.» Sarif war von 2013 bis 2021 Aussenminister im Iran.

(AWP)