Ähnlich sei auch die Militärregierung im benachbarten Mali im vergangenen Jahr vorgegangen. In der Folge habe es eine Nationalismus-Welle gegeben, sagte Laessing. Die UN-Friedensmission Minusma muss ihre Soldaten nun vorzeitig bis Ende 2023 aus Mali abziehen.

Seit vor gut einer Woche Offiziere unter der Leitung von General Abdourahamane Tiani den demokratisch gewählten nigrischen Präsidenten Mohamed Bazoum festgesetzt und für entmachtet erklärt hatten, nimmt der internationale Druck auf die neuen Machthaber im Land zu. Mehrere westliche Staaten und Ecowas haben Sanktionen verhängt. Am Dienstagabend hat zudem Ecowas-Mitglied Nigeria seine Stromlieferungen an den Niger eingestellt.

Der Niger bezieht nach Angaben der Französischen Entwicklungsagentur von Oktober 2022 rund 77 Prozent seines Stroms aus dem Nachbarland. Seit dem Exportstopp kommt es laut einem Reporter der Deutschen Presse-Agentur vor Ort unter anderem in den südwestlichen Provinzen Tillabéri, Dosso und der Hauptstadt Niamey zu mehrstündigen Stromausfällen./dre/DP/jha