«Deshalb würde ich zur Vorsicht mahnen», sagte de Guindos, dessen Amtszeit in diesem Monat enden wird. Die Auswirkungen auf das Wachstum werden seiner Einschätzung nach in den kommenden Wochen sehr viel deutlicher zutage treten. «Zudem benötigen wir weitere Klarheit in Bezug auf den Konflikt.»

Zuvor hatten sich EZB-Vertreter mehr oder weniger deutlich für eine Zinserhöhung bei der nächsten Zinsentscheidung im Juni ausgesprochen, darunter Bundesbankpräsident und EZB-Ratsmitglied Joachim Nagel. Hintergrund ist die höhere Inflation wegen der Folgen des Iran-Kriegs, die in der Eurozone zuletzt wieder deutlich über das von der EZB angepeilte Zielmass von mittelfristig zwei Prozent gestiegen ist.

EZB-Präsidentin Christine Lagarde hatte zuletzt in der vergangene Woche erklärt, dass die EZB ständig hin- und hergerissen sei zwischen dem Risiko, zu schnell zu reagieren, und dem Risiko, zu spät zu reagieren. Vielmehr sei es «wichtig den richtigen Weg finden, um unsere Volkswirtschaften hin zu jener mittelfristigen Inflationsrate von 2 Prozent zu steuern», sagte die Notenbankpräsidentin./jkr/jsl/mis

(AWP)