«Man denkt natürlich schon an Berlin», sagte eine Besucherin der Street Parade beim Anblick der wuchtigen Zufahrtssperren auf der Bahnhofstrasse, die auf beiden Seiten von schwer bewaffneten Polizisten flankiert wurde. «Angst habe ich hier in Zürich aber keine.» Als kurze Zeit später ein Knall ertönte - es war lediglich ein Champagnerkorken - drehten sich dennoch auffällig viele Leute rasch in die Richtung des Geräuschs um.
Dass die 1992 als «Demonstration für Liebe, Frieden, Freiheit und Toleranz» ins Leben gerufene Street Parade zum Ziel eines Anschlags werden könnte, hielten viele für kaum denkbar. Trotzdem hatten zahlreiche Besucherinnen und Besucher den Anschlag auf den CSD in Berlin im Hinterkopf. Das Attentat forderte ein Todesopfer und über 30 teils schwer verletzte Personen.
Die Menschenmenge als Gefahr
Die Gefahr eines Anschlags ist indes nicht das einzige Sicherheitsrisiko des Grossanlasses, der jeweils fast eine Million Besucherinnen und Besucher anlockt. Die schiere Menge an Menschen könnte selbst zur Gefahr werden, etwa wenn ein Gedränge oder gar Panik entsteht. Veranstalter und Sicherheitskräfte ergreifen deshalb schon lange Massnahmen für das sogenannte Crowd Management.
In diesem Jahr wurden beispielsweise am Bahnhof Stadelhofen erstmals Massnahmen zur Publikumslenkung umgesetzt. Absperrungen und Vereinzelungsanlagen sollen verhindern, dass gegen Ende der Veranstaltung zu viele Personen innert kurzer Zeit das Bahnhofsgelände betreten.
(AWP)
