Heute könne die Finma etwa Boni erst dann streichen, wenn bereits öffentliche Gelder eingesetzt wurden. «Auch bei Gewährsverfahren müssen wir sehr aufwendig nachweisen, dass eine konkrete Person tatsächlich verantwortlich war.»

Bei der hängigen Regulierung der Grossbank UBS geht es laut Walter letztlich um die Frage: Wie viel tragen die Steuerzahler und wie viel die Aktionäre der Bank? «Das ist eine politische Abwägung», so der Chef der Aufsichtsbehörde.

Die Finma liefere dazu eine fachliche Einschätzung. «Deshalb unterstützen wir das Paket des Bundesrats, weil es sehr gezielt die Probleme adressiert, die sich bei der Credit Suisse gezeigt haben.»

Und dabei spiele ausreichend Kapital sehr wohl eine Rolle: Der Ursprung der Krise habe zwar in schlechter Führung, in einer mangelhaften Governance und einem problematischen Geschäftsmodell gelegen. «In der Stabilisierungsphase zeigte sich dann aber zusätzlich ein Kapitalproblem: Beteiligungen waren nicht vollständig mit Kapital unterlegt.» Als dort Verluste entstanden seien, habe das die Kapitalisierung des Stammhauses massiv geschwächt. «Dadurch wurde die Handlungsfähigkeit der CS eingeschränkt.»

Nicht tatenlos bei MBaer

Walter wehrt sich im Interview ausserdem gegen den Vorwurf, bei der kürzlich untergegangenen Bank MBaer tatenlos gewesen zu sein. «Wir hatten das Institut schon länger im Visier.» Konkret sei die Bewilligung entzogen worden, bevor die Amerikaner eingegriffen hätten.

Doch die Bank habe vor Gericht die aufschiebende Wirkung wieder erkämpft, so Walter. «Das zeigt: In der heutigen Gesetzgebung haben die Institute und ihre Eigentümer einen sehr starken Rechtsschutz; das geht teilweise zulasten des Schutzes der Kundinnen und Kunden sowie der Reputation des Finanzplatzes.»

rw/to

(AWP)