Die Schweizer Finanzinstitute haben ihre Vorkehrungen gegen Geldwäscherei zwar verbessert, aus Sicht der Finanzmarktaufsicht Finma besteht aber weiterhin Handlungsbedarf. Besonders bei der Einschätzung und Überwachung von Risiken könnten Banken, Vermögensverwalter und andere Finanzinstitute ihre Möglichkeiten noch besser nutzen, teilte die Behörde am Donnerstag mit.

Die Finma überprüfte Risikoanalysen von mehr als 30 Banken nach einer Untersuchung im Jahr 2023 nun erneut und nahm zahlreiche weitere Institute unter die Lupe. Dabei stellte sie fest, dass Risiken teilweise zu wenig detailliert erfasst, Ausnahmen von internen Vorgaben zu grosszügig bewilligt und Warnindikatoren unzureichend definiert würden. Dadurch könnten problematische Geschäftsbeziehungen oder erhöhte Geldwäschereirisiken leichter übersehen werden.

Kritisch beurteilt die Aufsicht unter anderem die Behandlung von politisch exponierten Personen (PEP), komplexen Firmenstrukturen oder Krypto-Dienstleistungen. Solche Bereiche würden vereinzelt nicht als ausreichend risikoreich eingestuft, hiess es.

Mit einer neuen Aufsichtsmitteilung präzisierte die Finma deshalb ihre Erwartungen an die sogenannte Geldwäschereirisikoanalyse. Diese soll festlegen, welche Risiken ein Institut akzeptiert, welche ausgeschlossen werden und wie deren Einhaltung überwacht wird. Nach Ansicht der Aufsicht bildet sie das wichtigste Instrument zur Verhinderung von Geldwäscherei und Terrorismusfinanzierung.

(AWP)