Dies sei noch einmal ein Plus von neun Prozent im Vergleich zum ersten Quartal und der höchste Stand seit dem zweiten Quartal 2005. Aussergewöhnlich hohe Werte habe es im Juni in Nordrhein-Westfalen und Hessen gegeben.

«Die aktuellen Zahlen zeigen, dass das Insolvenzgeschehen weiterhin auf einem aussergewöhnlich hohen Niveau liegt», sagt Steffen Müller, Leiter der IWH-Insolvenzforschung. «Die Lage ist schwierig: Die Insolvenzen treffen die Wirtschaft in der Breite.» Viele Branchen und Regionen seien gleichzeitig betroffen. Auch für das dritte Quartal sei mit höheren Insolvenzzahlen als im Vorjahr zu rechnen.

Anhaltende Entwicklung in der Wirtschaft

Im zweiten Quartal seien in fast allen grossen Branchen Höchstwerte erreicht worden, darunter im Baugewerbe, im Grundstücks- und Wohnungswesen, im Handel, im Gastgewerbe und in den Dienstleistungen. Eine der wenigen Ausnahmen sei das Verarbeitende Gewerbe.

Auch andere Daten deuten auf eine anhaltend schwierige Lage hin: Das Statistische Bundesamt meldete für das erste Quartal 2026 einen Anstieg der Unternehmensinsolvenzen um 6,5 Prozent im Jahresvergleich. Auch die Wirtschaftsauskunftei Creditreform meldete für das erste Halbjahr mit 12.900 Unternehmensinsolvenzen den höchsten Stand seit 2013. Im Gegensatz zu anderen Statistiken analysiert das IWH nur Daten zu Personen- und Kapitalgesellschaften und nicht zu Kleinstunternehmen./sus/DP/mis

(AWP)