Die Stadt Zürich stört sich an der erwarteten Lärmbelastung, aber auch am Sicherheitsrisiko, wie es in einem Artikel des «Tages-Anzeiger» vom Dienstag heisst. Ein Sprecher des Gesundheits- und Umweltdepartements bestätigte dies gegenüber Keystone-SDA.

Zwar betonte Stadtrat Andreas Hauri (GLP) die wirtschaftliche Bedeutung des Flughafens. Doch die Starts über dicht besiedelte Quartiere wie Schwamendingen, Affoltern oder Seebach seien «nicht akzeptabel», wie Hauri dem «Tages-Anzeiger» sagte. Er verwies etwa auf einem möglichen Flugzeugabsturz. Bisher waren erst Anflüge von Süden her möglich. Auch diese Einführung stiess bereits auf breite Kritik.

Auch Norden ist unzufrieden

Die Stadt Zürich steht mit der Kritik am sogenannten Sachplan Infrastruktur Sicherheit (SIL) nicht alleine da. Neben zahlreichen Gemeinden und Verbänden aus dem Süden und Osten ist auch der Norden unzufrieden. Allerdings aus anderen Gründen.

13 Gemeinden aus den Kantonen Zürich, Aargau und Schaffhausen sowie die IG Nord reichten eine Einsprache ein. Die Belastung müsse gleichmässiger auf alle Regionen verteilt werden, heisst es in einer Mitteilung. Dem Norden würde auch mit dem neuen Betriebsreglement «übermässig viel Fluglärm» aufgebürdet. Die IG Nord pocht, wie viele andere Einsprecher, auf ein konsequentes Einhalten der Nachtruhe.

Verfahren dauert bis 2027

Am Dienstag forderte schliesslich der Verein Fair in Air eine Sistierung des Verfahrens. «Flüge nach 23 Uhr sind Verspätungen Sie dürfen nicht zur Regel werden», heisst es in einer Mitteilung. Der Verein fordert gar, dass nach 22.30 Uhr keine Flugzeuge mehr starten dürften.

Die öffentliche Auflage des SIL endet am Dienstag. Die Kantone haben allerdings noch bis April die Möglichkeit, sich zu äussern. Das Bundesamt für Zivilluftfahrt rechnet damit, dass das Verfahren erst 2027 abgeschlossen sein wird.

(AWP)