«New Zurich» beschreibt einen Raum, der von Bülach im Norden über Regensdorf im Westen bis nach Uster im Südosten reicht. Mit der Initiative will die Flughafenregion Zürich (FRZ) das Wachstum koordinieren, anstatt die Entwicklung sich selbst zu überlassen. Die Verantwortlichen betonten vor den Medien am Dienstag, dass es sich nicht um einen starren Masterplan, sondern um eine offene Sammlung von Aufgaben und Denkanstössen handelt .
Statistisch gesehen würde diese Stadtlandschaft mit rund 298'000 Einwohnern im Jahr 2025 die zweitgrösste Stadt der Schweiz nach Zürich bilden . Bis 2030 prognostizieren Experten ein Anwachsen auf rund 321'000 Personen . Hinzu kommen über 203'000 Beschäftigte im Raum. Durch die Bündelung soll die Region sichtbarer werden.
Ergänzung zur Stadt Zürich
Das Konzept versteht sich ausdrücklich nicht als ein Projekt gegen die Stadt Zürich, sondern als funktionale Ergänzung, wie der Stadt- und Regionalstratege Thomas Sevcik sagte. Es geht bei der Initiative nicht um die Schaffung neuer politischer Strukturen oder Gemeindefusionen.
Die beteiligten Orte liegen in den bestehenden Bezirken Bülach, Dielsdorf und Uster. Die langfristige Vision eines eigenständigen «Bezirks Glattal» wird in «New Zurich» zwar als Option genannt, aktuell steht aber die inhaltliche Koordination im Vordergrund. Ein reines Nebeneinander oder gar eine Konkurrenz unter den Gemeinden sei in dieser Phase nicht mehr zielführend.
Fünf Schwerpunkte für die Wirtschaft
Für die wirtschaftliche Entwicklung definiert die Strategie fünf Kernbereiche. Der Sektor «BYTE» steht für die praxisnahe Anwendung digitaler Technologien. Unter «AERO» wird die Luft- und Raumfahrttechnik mit Robotik und Sensorik zusammengefasst, wobei der Innovationspark in Dübendorf als Katalysator dient.
Die weiteren Vektoren betreffen «HUBS» für die Bündelung von globalen Hauptsitzen sowie «MEET» für den Ausbau als Kongress-, Messe- und Eventstandort. Für die Umsetzung von «MEET» wurde eine Kooperation mit dem Direktor von Zürich Tourismus, Thomas Wüthrich, vereinbart. Als fünfter Zukunftssektor formiert sich das Feld «CARE», das Innovationen in der Medizintechnik und digitalen Gesundheit bündeln soll .
Koordination durch neues Gremium
Als nächster konkreter Schritt soll ein interdisziplinäres Steuerungskomitee aus Vertretern von Wirtschaft, Wissenschaft und Politik eingesetzt werden, welches die praktische Umsetzung begleitet.
FRZ Flughafenregion Zürich feiert im Herbst 2026 sein 15-jähriges Bestehen. Das Netzwerk umfasst derzeit über 850 Mitglieder, darunter 14 Städte und Gemeinden der Region.
(AWP)
