Grund für den Schritt seien von Parlament und Bundesrat beschlossene Sparmassnahmen. Das ordentliche Jahresbudget der Forschungsanstalt werde deswegen bis Ende 2029 schrittweise um rund 10 Millionen Franken im Vergleich zu 2023 reduziert. Bestehende Entlastungsmassnahmen reichten nicht mehr aus.
Insgesamt verfügt Agroscope über 640 Stellen, die über das ordentliche Bundesbudget finanziert werden, wie es von Agroscope auf Anfrage der Nachrichtenagentur Keystone-SDA heisst. Mit einem Abbau von 58 Stellen fällt damit ungefähr jede 11. vom Bund finanzierte Stelle weg. Weitere Stellen, die über Fremdmittel wie Gelder von Schweizerischen Nationalfonds (SNF) oder Horizon Europe finanziert werden, sind nicht betroffen.
Der Abbau der 58 Vollzeitstellen solle so weit wie möglich über natürliche Fluktuationen, offene Stellen und auslaufende befristete Verträge erfolgen. Dennoch seien 43 Mitarbeitende von einer Aufhebung ihrer Stelle betroffen. Die Umsetzung erfolge gemäss dem Sozialplan des Bundes.
Fokus auf Kernaufgaben
Inhaltlich will sich Agroscope ab 2027 stärker auf seine Kernaufgaben konzentrieren. Dazu zählten die Forschung zur Primärproduktion und zu den Umweltwirkungen der Landwirtschaft. Weiter nannte die Anstalt gesetzliche Vollzugsaufgaben und die Politikberatung. Auch die Sicherung der genetischen Ressourcen für künftige Generationen werde fortgeführt.
Andere Forschungsbereiche werden hingegen reduziert oder ganz aufgegeben. Rund jedes zehnte der 369 laufenden Forschungsprojekte werde komplett aufgegeben, gab Agroscope auf Anfrage bekannt.
Nicht weiterführen wird Agroscope seine Forschung in den Feldern gesunde Ernährung und neue Lebensmittelprodukte. Dasselbe gilt für alternative Nischenkulturen, Gewürz- und Medizinalpflanzen sowie für das sogenannte Vertical Farming. In weiteren Themenbereichen würden die Aktivitäten teilweise reduziert.
Die vom Bundesrat im Mai 2020 beschlossene Standortstrategie wird laut der Mitteilung weiter umgesetzt. Diese sieht einen zentralen Campus in Posieux FR, Forschungszentren in Changins VD und Reckenholz ZH sowie diverse dezentrale Versuchsstationen vor. Parallel würden organisatorische und infrastrukturelle Optimierungen geprüft, um Kosten zu senken.
(AWP)
