Frankreichs Innenminister Laurent Nuñez teilte mit, er habe bereits am Donnerstagabend Anweisungen erteilt, die Kontrollen an der spanischen Grenze unverzüglich zu verstärken. Ausserdem werde die schnelle Eingreiftruppe der Grenzschutzbehörde für Kontrollen auch im Hinterland eingesetzt. Die bislang an der Grenze zu Italien zur Kontrolle der Migration eingesetzte Einheit besteht aus Kräften der Polizei, Gendarmerie, des Zolls sowie aus Soldaten der Anti-Terror-Gruppe Sentinelle.
Frankreich kontrolliert Grenzen seit 2015
Frankreich hatte Kontrollen an seinen Grenzen nach den islamistischen Anschlägen 2015 aus Terrorschutzgründen eingeführt und die jeweils für sechs Monate möglichen Kontrollen immer wieder verlängert. In der letzten Mitteilung an die EU-Kommission begründete Frankreich die Verlängerung der Kontrollen mit der Terrorgefahr, einer Zunahme antisemitischer Angriffe sowie Schleuserkriminalität.
In Ceuta ist die Lage weiter angespannt. In den vergangenen Tagen haben Zehntausende Menschen die Exklave von Marokko aus überwiegend schwimmend erreicht.
Obwohl Marokko 1956 die Unabhängigkeit von Frankreich und Spanien erlangte, hat Spanien dort weiterhin zwei Exklaven, Ceuta und Melilla. In der Nähe beider Gebiete warten oft Tausende Menschen - vorwiegend aus Ländern südlich der Sahara - auf eine Gelegenheit, in das Gebiet zu gelangen, das zur EU, aber nicht zum Schengenraum gehört./evs/DP/mis
(AWP)
