Liontrust habe über Monate einen ausführlichen Prüfprozess bei GAM durchgeführt: Dieser bekräftige, dass es sich um ein "gutes und faires Angebot" handle, hält der britische Kaufinteressent in seinem Brief dagegen. Es sei nun zwingend erforderlich, die Zukunft von GAM so schnell wie möglich zu klären, um die Stabilität des Unternehmens zu gewährleisten. Zudem gebe es kein weiters Angebot für das gesamte GAM-Aktienkapital, betont Liontrust.

Annahme herauszögern

In einem am Donnerstag veröffentlichten offenen Brief bezeichnete dagegen die Aktionärsgruppe um "NewGame" das Angebot als "nicht fair": Der Barwert von GAM liege mindestens bei 115 bis 230 Millionen Franken und nicht bei 71 Millionen. Zögerten die Aktionäre ihre Entscheidung über das Liontrust-Angebots so lange wie möglich hinaus, werde Druck auf das britische Unternehmen aufgebaut, seine bis zum 25. Juli laufende Angebotsfrist zu verlängern und aufzubessern, so "NewGame".

Die "NewGame"-Gruppe, hinter der der französischen Investor Xavier Niell steht, hatte Anfang Woche eine Teil-Kaufofferte für 28 Millionen der insgesamt rund 160 Millionen GAM-Aktien vorgelegt. Die Gruppe kündigte zudem an, an der Generalversammlung vom 25. August den Verwaltungsrat ablösen zu wollen um anschliessend den schwer angeschlagenen Asset Manager mit verschiedenen Massnahmen zu sanieren.

Kritik an Jacob

Der eigene Plan biete den GAM-Aktionären deutlich mehr Aufwärtspotenzial als das Liontrust-Angebot, zeigte sich "NewGame" auch im Brief vom Donnerstag überzeugt. Die Gruppe bestreitet zudem, dass GAM "kurz vor dem Kollaps" stehe, wie das Management suggerieren wolle.

"NewGame" griff gleichzeitig GAM-Verwaltungsratspräsident David Jacob an. Die Aktionärsgruppe habe von diesem schriftlich eine Reihe von Fragen vorgelegt: Dabei gehe es um den im Juni erfolgten Verkauf des Fondsverwaltungsgeschäft (FMS) in Luxemburg und der Schweiz wie auch um ein Darlehen von Liontrust an GAM. Eine Antwort stehe bisher aus.

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