CEO Christian Buhl prognostizierte am Dienstag anlässlich der Präsentation der Quartalszahlen für das zweite Quartal 2026 Materialpreise, die im mittleren bis hohen einstelligen Prozentbereich über den Preisen des ersten Quartals und auch des zweiten Quartals im Vorjahr liegen.

Nebst der üblichen Preiserhöhung im April hat Geberit deshalb die Preise im vergangenen Monat wegen der hohen Kupferpreise zusätzlich nach oben angepasst. Diese ausserordentliche Preiserhöhung betraf aber nur Produkte, die auch Kupfer enthalten.

Extra-Preiserhöhung wegen Plastik und Energie

Darüber hinaus ist eine weitere ausserordentliche Preiserhöhung für den Juni von rund 2 Prozent geplant, um die gestiegenen Kosten für Kunststoffe und Energie auszugleichen. Den Effekt der Preisanpassungen insgesamt auf den Umsatz im Gesamtjahr 2026 beziffert der CEO auf 2,0 bis 2,5 Prozent.

Buhl kann zudem wegen der Geopolitik kaum Prognosen machen hinsichtlich der für die Bauindustrie wichtigen Parameter wie Inflation, Zinsen oder Konsumentenstimmung. «Vorhersagen sind wegen des Kriegs in Iran derzeit sehr schwierig», sagte er an einer Telefonkonferenz.

Dennoch hält das Unternehmen an den Einschätzungen vom März fest. Demnach wird für das Gesamtjahr 2026 in Europa ein insgesamt leichtes Marktwachstum, jedoch keine Erholung erwartet. Für das Geschäft mit Neubauten geht das Management von einer stabilen und für das Renovationsgeschäft von einer leicht positiven Entwicklung aus.

Insgesamt zeigt sich Buhl denn auch einigermassen zuversichtlich. Bisher habe der Irankrieg keinen Einfluss auf das Kaufverhalten der Konsumenten im Hauptmarkt Europa gehabt, so Buhl. Er geht auch nicht davon aus, dass es zu Unterbrüchen in den Lieferketten kommt.

Wachstum im Q1 und im April

Mit dem Geschäft im bisherigen Jahresverlauf scheint der Geberit-Chef zufrieden. So hätten sich die neuen Produkte im ersten Quartal gut verkauft, und der Umsatz im April lag im mittleren einstelligen Prozentbereich über demjenigen des Vorjahres.

Im ersten Quartal 2026 ging der Umsatz im Vergleich zum Vorjahr zwar um 0,7 Prozent auf 873 Millionen Franken zurück. Werden indes die negativen Währungseffekte ausgeklammert, ergab sich aber ein organisches Plus von 3,4 Prozent.

Diese Zunahme sei auf Volumenwachstum - trotz kaltem Wetter in Nordeuropa im Januar und Februar und Vorzieheffekten beim Grosshandel im Dezember des Vorjahres - sowie auf Preiseffekte zurückzuführen, hiess es.

Die operativen Margen stiegen infolge des Wegfalls von Einmalkosten aus dem Vorjahr deutlich an und waren nur leicht durch die negativen Währungseffekte beeinflusst. So erhöhte sich der operative Gewinn (EBITDA) um 2,3 Prozent auf 283 Millionen Franken und die dazugehörende Marge um 1 Prozentpunkt auf 32,5 Prozent. Der Reingewinn legte gar um 4,5 Prozent auf 196 Millionen zu.

An der Börse verzeichnen die Aktien nach volatilem Start gegen Mittag ein Plus von rund 0,8 Prozent.

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(AWP)