GF lanciert ein öffentliches Barangebot für alle Uponor-Aktien in Höhe von 28,85 Euro pro Anteil, teilte der Konzern am Montag mit. Der Verwaltungsrat von Uponor empfehle die Annahme des Übernahmeangebots.
Damit springt GF den Finnen als "Weisser Ritter" zur Seite. Ende Mai hatte der belgische Wassermanagementkonzern Aliaxis 25,75 Euro je Aktie oder insgesamt 1,9 Milliarden Euro für die Gesellschaft geboten, Uponor hatte das Angebot jedoch abgelehnt.
Und Georg Fischer ist bei den Finnen offenbar deutlich willkommener als Aliaxis: Der grösste Aktionär Oras mit einem Anteil von 25,7 Prozent hat sich bereits verpflichtet, die GF-Offerte anzunehmen. Zusammen mit anderen Uponor-Aktionären hat sich GF bereits 36,9 Prozent der Aktien gesichert. Aliaxis hatte zuletzt 5 Prozent gemeldet.
Kommen die Schaffhauser zum Zug, wollen sie die Übernahme im vierten Quartal 2023 abschliessen.
Marktführer für nachhaltige Rohrleitungen
Zusammen würden Georg Fischer und Uponor einen Konzern mit einem Umsatz von 5,4 Milliarden Franken schmieden. Vor allem der Bereich "nachhaltige Rohrleitungssysteme" würde deutlich zulegen und auf ein Gewicht von 3,5 Milliarden kommen.
GF und Uponor würden also voraussichtlich zu einem globalen Marktführer in diesem Bereich aufsteigen, hiess es weiter. Die Angebote der beiden Firmen ergänzten sich "im höchsten Masse" hinsichtlich der geografischen Präsenz und dem Produktangebot.
Uponor soll den Angaben zufolge als vierte Division innerhalb von GF integriert werden. Die Finnen erzielten im letzten Jahr einen Umsatz von rund 1,4 Milliarden Euro und beschäftigt rund 3900 Mitarbeitende.
Verschuldung tief halten
Georg Fischer hat die Übernahme laut eigenen Angaben durch eine Kombination aus bestehenden Barmitteln und einer fest zugesagten Bankenfinanzierung gesichert. Darüber hinaus sehe GF vor, 8 Millionen eigene Aktien im Markt zu platzieren, um die die Eigenkapitalbasis zu stärken.
Die Verschuldungsquote werde daher unter 2,25x Nettoverschuldung/EBITDA bleiben und innert zweier Jahre auf unter 1,5x sinken. Der Abschluss des Übernahmeangebots würde daher zu keiner Änderung der bestehenden Dividendenpolitik von GF führen.
Georg Fischer erwartet, dass der Kauf von Uponor bereits ab dem ersten vollen Jahr nach Abschluss zu einer Steigerung des Gewinns pro Aktie führen wird. Das kombinierte Finanzprofil von GF und Uponor stehe im Einklang mit den finanziellen Zielen der "Strategie 2025". Das betreffe insbesondere die angepeilte EBIT-Marge von 9-11 Prozent und dem Ziel, 20-22 Prozent auf dem investierten Kapital zu verdienen.
ra/rw