Anfang Februar wurden schon Urteile über lebenslange oder 20-jährige Haftstrafen gegen andere Armenier bekannt. So bekam etwa der letzte von der Konfliktregion so bezeichnete Präsident Arajik Harutjunjan ein lebenslanges Strafmass. Begonnen hatten die Prozesse gegen 16 Karabach-Politiker Anfang vergangenen Jahres. Wardanjan war einzeln angeklagt.
Mehrere deutsche Menschenrechtsorganisationen kritisierten die Verfahren als politisch motivierte Schauprozesse und forderten die deutsche Botschaft auf, die Verhandlungen zu beobachten.
Berg-Karabach gehört völkerrechtlich zu Aserbaidschan, hielt sich aber seit den 1990er Jahren mit Hilfe der armenischen Armee und dank der Schutzmacht Russland als abtrünnige Region im Südkaukasus. Im September 2023 brachten Truppen des aserbaidschanischen Staatschefs Ilham Aliyev das Gebiet wieder unter ihre Kontrolle. Infolge der Angriffe der aserbaidschanischen Armee flohen mehr als 100.000 Karabach-Armenier. Eriwan warf Baku Vertreibung und «ethnische Säuberung» vor./ksr/DP/jha
(AWP)
