Insgesamt stieg die weltweite Goldnachfrage im ersten Quartal 2026 um 2 Prozent im Vergleich zum Vorjahr auf insgesamt 1231 Tonnen, wie es im Nachfragebericht des World Gold Council vom Mittwoch heisst. Der Volumenanstieg fiel relativ moderat aus, aber der Wert kletterte durch den Preisanstieg um satte 74 Prozent auf einen Rekordwert von 193 Milliarden US-Dollar.
Mit Beginn des Iran-Kriegs gab der Goldpreis deutlich nach. «Die Gründe für die jüngste Preiskorrektur sind vielfältig», erklärte Krishan Gopaul, Senior Analyst beim World Gold Council, im Gespräch mit der Nachrichtenagentur AWP. Nach einem nochmals starken Anstieg zu Jahresbeginn seien durchaus Fragen aufgekommen, ob sich der Preis vielleicht zu weit von den Fundamentaldaten entfernt habe. Das und die erhöhte Volatilität hätten Gewinnmitnahmen ausgelöst.
Die Nachfrage nach Münzen und Barren legte im ersten Quartal um 42 Prozent auf insgesamt 474 Tonnen zu, besonders Investoren aus Asien griffen hier zu. Hingegen sorgten die hohen Edelmetallpreise für einen Rückgang der absoluten Schmucknachfrage im Umfang von 23 Prozent. Der Wert stieg hingegen dennoch um 31 Prozent an, was auf ein anhaltend positives Sentiment hindeute. «Konsumenten geben also weiterhin viel Geld für Schmuck aus, kaufen aber geringere Mengen aufgrund der hohen Preise», erklärte der Experte.
Investments, KI und Zentralbanken treiben Nachfrage
Im Investmentbereich stiegen die Käufe von ETFs im ersten Quartal um absolut 62 Tonnen, was aber gegenüber dem starken Anstieg im Vorjahresquartal (+230 Tonnen) eine Verlangsamung darstellte. Um immerhin 1 Prozent auf 82 Tonnen stieg die Nachfrage des Technologiesektors, die vom Wachstum der KI-Infrastruktur profiertierte.
Nettokäufer blieben auch die Zentralbanken mit Zukäufen von 244 Tonnen - ein Plus von 3 Prozent. Für das Gesamtjahr gehen die Experten unverändert von Zukäufen im Bereich von 700 bis 900 Tonnen und damit in etwa auf dem Vorjahresniveau aus.
«Zentralbanken schätzen Gold wegen vieler Kriterien, beispielsweise für seine Krisenstabilität, als Inflationsabsicherung, zur Diversifiktation und für das fehlende Gegenparteirisiko», sagte Gopaul. Allerdings könnten die Unsicherheiten rund um den Nahostkonflikt zu gewissen taktischen Neugewichtungen führen.
Mit Blick in die Zukunft bleiben die geopolitischen Unsicherheiten einer der Haupttreiber, erwarten die Experten. Dies dürfte die Nachfrage sowohl von Zentralbanken als auch von Investoren stützen. Gleichzeitig gewinne auch das Recycling von Gold an Bedeutung und für Minenbetreiber seien die hohen Preise ebenfalls ein Anreiz.
dm/to
(AWP)
