Der Iran und die USA haben sich kurz vor Ablauf eines Ultimatums von US-Präsident Donald Trump auf eine zweiwöchige Waffenruhe und die Öffnung der Strasse von Hormus geeinigt.

«Damit verhält sich Gold auch in Zeiten der Deeskalation nicht wie ein typischer sicherer Hafen», schreibt Commerzbank-Analyst Carsten Fritsch. «Stattdessen führt der kräftige Rückgang der Ölpreise zu einem Abflauen der Inflationsrisiken und damit zu einer Anpassung der Zinserwartungen nach unten.» In der Eurozone bedeute dies mit Blick auf die Geldpolitik voraussichtlich weniger Zinserhöhungen und in den USA möglicherweise frühere Zinssenkungen.

So war der Goldpreis im März deutlich gefallen. Vor allem die Erwartung, dass in den USA die erwarteten Leitzinssenkungen ausbleiben könnten, hatte den Goldpreis belastet. Es wurde angesichts steigender Energiepreise und wachsender Inflationsgefahren sogar über Zinserhöhungen spekuliert. Gold wirft keine Zinsen ab und höhere Leitzinsen machen Gold daher unattraktiver. Vor dem Beginn des Krieges hatte der Preis noch bei über 5.000 Dollar gelegen.

Der Silberpreis legte amm Mittwoch noch stärker als Gold zu. Zuletzt wurde eine Feinunze bei 76,95 Dollar. Das waren 5,4 Prozent mehr als am Vortag. Ende Februar hatte der Silberpreis noch über 90 Dollar gelegen. Die weitere Entwicklung hängt laut Fritsch ganz davon ab, ob in den kommenden zwei Wochen eine dauerhafte Friedenslösung gefunden wird./jsl/jha/

(AWP)