Ein solcher Schritt könne dazu führen, dass europäische Unternehmen Marktanteile an Konkurrenten ausserhalb der EU verlören, sagten zwei griechische Regierungsvertreter am Freitag der Nachrichtenagentur Reuters. Der Druck auf Moskau müsse zwar maximiert werden. Es gelte aber, unerwünschte Folgen für Europas Wettbewerbsfähigkeit zu minimieren. Beim Transport von Flüssigerdgas (LNG) dominiert Griechenland den europäischen Markt und gehört in Konkurrenz zu Japan, China und den USA weltweit zu den grössten Anbietern.
Aus Sicht Athens müsse jedes neue EU-Massnahmenpaket sorgfältig abgewogen werden, erklärte ein Regierungsvertreter. Europa dürfe nicht ganze Wirtschaftszweige an Akteure ausserhalb der EU abtreten. «Die Sanktionen sollten die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit Russlands schwächen und nicht anderen auf Kosten Europas strategische Vorteile verschaffen.» Am Mittwoch hatten sich die EU-Botschafter nicht auf ein neues Sanktionspaket gegen Russland wegen des Krieges in der Ukraine einigen können. Genau davor hatte die EU-Aussenbeauftragte Kaja Kallas gewarnt.
Insidern zufolge erhoben unter anderem Griechenland und Österreich aus unterschiedlichen Gründen Einwände gegen die Pläne. Der litauische Aussenminister Kestutis Budrys hatte bereits erklärt, die EU-Staaten seien uneins über strengere Beschränkungen für russisches LNG sowie über ein vorgeschlagenes Verbot für maritime Dienstleistungen. Die EU-Botschafter verschoben die Gespräche über die Sanktionen auf den 23. Juli.
(Reuters)

