Hintergrund ist, dass Europa unabhängiger in der Halbleiterproduktion werden will. Derzeit ist Europa stark von Importen vor allem aus Asien abhängig. Die «Fab4Micro» in Erfurt sei ein Schlüsselprojekt für die technologische Souveränität Deutschlands und Europas, erklärte Thüringens Regierungschef.
Chips für KI und Rechenzentren
Konkret geht die Förderung an die X-FAB MEMS Foundry GmbH in der Thüringer Landeshauptstadt. Auf dem Firmengelände sollen neue Reinräume entstehen. Dort werden nach Unternehmensangaben unter anderem Mikrosysteme gefertigt, die elektronische und optische Funktionen in einem Bauteil vereinen. Sie würden beispielsweise für Künstliche Intelligenz (KI), neue Rechenzentren, optische Systeme oder Medizintechnik benötigt.
Die Investition sei ein Bekenntnis zum Standort Erfurt, wo die Geschichte der Gruppe vor mehr als 30 Jahren begann, sagte der Vorstandsvorsitzende der X-FAB-Gruppe, Damien Macq. Geplant sei der Produktionsstart in der neuen Chipfabrik Ende 2028, äusserte Kittler. Etwa 100 qualifizierte Arbeitsplätze würden zusätzlich entstehen.
Thüringen hat Tradition in der Mikroelektronik
Die börsennotierte X-FAB-Gruppe, die ihren Ursprung in Erfurt hat, unterhält Fabriken in Deutschland, Malaysia, Frankreich und den USA. Von den weltweit 4.300 Beschäftigten arbeiten rund 800 in der Thüringer Landeshauptstadt. Anders als das Unternehmen Globalfoundries in Dresden, für das die EU ebenfalls eine Förderung genehmigte, ist X-FAB kein Massenhersteller, sondern produziert Halbleiter für spezielle Anwendungen im Auftrag von Kunden.
Wirtschaftsministerin Boos-John sprach von einer der bedeutendsten Industrieinvestitionen der vergangenen Jahre in Thüringen. Der Bund stelle rund 80,3 Millionen Euro an Förderung zur Verfügung, von Thüringen kämen 47,1 Millionen Euro. Thüringen habe eine Tradition als Mikroelektronikstandort, nicht nur in Erfurt. Derzeit seien im Freistaat in diesem Bereich mehr als 70 Unternehmen tätig./rot/DP/stw
(AWP)
