Ab 9,5 Millionen Einwohnern in der Schweiz müsste der Bundesrat die Zuwanderung massiv drosseln, ab 10 Millionen sogar internationale Verträge kündigen. Das sei «ein radikaler Eingriff und würde nicht nur die Schweizer Wirtschaft, sondern auch die Wissenschaft enorm schädigen», sagt Luciana Vaccaro von Swissuniversities, der Konferenz der Rektorinnen und Rektoren der schweizerischen Hochschulen, im Gespräch mit dem «Sonntagsblick».
Zu diesem Schluss komme ein Rechtsgutachten, das Swissuniversities in Auftrag gegeben habe. Die SVP-Initiative, die am 14. Juni zur Abstimmung steht, drohe die sogenannte Guillotine-Klausel auszulösen. Damit stünden Abkommen mit der EU zur Disposition.
«Erreichen wir die 10-Millionen-Grenze und müssten Verträge mit Personenbezug kündigen, riskieren wir erneut den Ausschluss aus Horizon Europe, Erasmus+, Digital Europe oder Euratom - also aus den weltweit führenden Forschungsprogrammen. Das wäre verheerend», warnte Vaccaro.
Hälfte der Professoren aus dem Ausland
Die Schweizer Hochschulen gehörten zu den besten der Welt. Das schafften sie nur, weil wir sie die besten Forschenden anzögen und internationale Partnerschaften aufbauten, so die Swissuniversities-Präsidentin. Und weiter: «Rund die Hälfte der Professorinnen und Professoren unserer Universitäten stammen aus dem Ausland. Zwei Drittel der Projekte der Schweizer Spitzenforschung sind international verankert.»
Und von Forschung und Wissenschaft profitierten schliesslich alle, nicht nur Akademiker, so Vaccaro. Rund die Hälfte der Start-up-Gründerinnen und -Gründer in der Schweiz hätten keinen Schweizer Pass, und ein grosser Teil der Patente werde von Ausländerinnen und Ausländern mitentwickelt. «Wir profitieren enorm von diesen Talenten», betonte sie.
(AWP)
