Grund für den deutlichen Anstieg 2025 war die starke Zunahme staatlicher Ausrüstungsinvestitionen, die fast um die Hälfte wuchsen (plus 47,7 Prozent). Das sei auch auf Mehrausgaben für Waffensysteme und sonstige Beschaffungen der Bundeswehr zurückzuführen, schrieben die Statistiker.
Die zusätzlichen Kreditmöglichkeiten für Verteidigung und Investitionen durch Sondervermögen zeigten Wirkung, sagte Sebastian Dullien, wissenschaftlicher Direktor des Instituts für Makroökonomie und Konjunkturforschung der Hans-Böckler-Stiftung. «Die Modernisierung des Landes kommt voran.»
Staat als wichtiger Auftraggeber
Die staatlichen Bruttoanlageinvestitionen machten 2025 knapp ein Sechstel (16,3 Prozent) der gesamten Bruttoanlageinvestitionen in Deutschland von 907,8 Milliarden Euro aus. Am grössten war der staatliche Beitrag bei den Bauinvestitionen mit gut 17 Prozent. Allerdings entwickelten sich die Bauinvestitionen des Staates mit plus 2 Prozent gegenüber 2024 deutlich schwächer als in den Vorjahren, wie die Statistiker berichteten.
Die Bundesregierung müsse darauf achten, dass die zusätzliche Verschuldung aus den Sondervermögen wirklich in neue Investitionen fliesse, sagte Dullien. «Hier gibt es durchaus Handlungsbedarf.» Schätzungen deuten darauf hin, dass ein beträchtlicher Anteil der Mittel für andere Zwecke verwendet wurde - wie die Senkung der Mehrwertsteuer in der Gastronomie, die Mütterrente oder die Senkung der Körperschaftsteuer.
Deutschland unter EU-Schnitt
Trotz der deutlich gestiegenen Investitionen schneidet Deutschland schlechter ab als im EU-Schnitt. Der Anteil der Bruttoinvestitionen des Staates an der Wirtschaftsleistung lag 2025 bei 3,3 Prozent - im Mittel der EU waren es 3,9 Prozent. In den Niederlanden (3,5 Prozent), Italien (3,8 Prozent), Österreich (3,9 Prozent), Frankreich (4,5 Prozent) und Polen (5,4 Prozent) lag die Quote über der in Deutschland. Estland stand mit einem Anteil von 7,6 Prozent an der Spitze der 27 EU-Mitgliedstaaten./als/DP/stk
(AWP)
