Im operativen Geschäft sorgte der starke Franken im vergangenen Jahr erneut für Gegenwind. Die Aufwertung der Schweizer Währung kostete 810 Millionen Franken Umsatz. In der Folge sank dieser derweil um 2,9 Prozent auf 15,72 Milliarden Franken. Organisch, also aus eigener Kraft, sei der Umsatz um 2,9 Prozent gestiegen, teilte der drittgrösste Baukonzern der Welt am Freitag mit.
Der wiederkehrende Betriebsgewinn EBIT nahm um 1,4 Prozent auf 2,88 Milliarden Franken zu. Organisch wäre der wiederkehrende EBIT dagegen gar um 12,2 Prozent gestiegen. Damit habe Holcim das eigene Ziel übertroffen, sagte Konzernchef Miljan Gutovic an der Bilanzmedienkonferenz in Zürich.
Der Konzerngewinn im fortgeführten Geschäft kletterte auf 1,78 Milliarden Franken. Das ist ein Plus von 3,9 Prozent gegenüber dem Vorjahr.
Währungsverlust in Nigeria
In den Zahlen ist das im vergangenen Sommer abgespaltete Nordamerika-Geschäft nicht mehr enthalten, das als eigenständiges US-Unternehmen Amrize in New York an der Börse kotiert ist. Insofern sind die Vorjahreszahlen Pro-Forma-Resultate.
Zudem hat Holcim Geschäfte in Nigeria, Jordanien sowie im Irak verkauft. Der Ausstieg aus Nigeria führte zu einer buchhalterischen Belastung wegen der jahrelangen Abschwächung der nigerianischen Währung gegenüber dem Franken. Dieser Abschreiber, der beim Verkauf des Geschäfts nötig wurde, schlug mit 1,38 Milliarden aufs Ergebnis unter dem Strich.
Damit wies Holcim für 2025 nur noch einen Konzerngewinn von 387 Millionen aus, nach 1,46 Milliarden Franken im Vorjahr. Die Belastung sage nur etwas über die Entwicklung der nigerianischen Währung gegenüber dem Franken aus, sagte Finanzchef Steffen Kindler. «Das hat keinen Einfluss auf das operative Geschäft und die Cashgenerierung.»
Europa im Aufschwung
Holcim hat seine Gewinnsteigerung im fortgeführten Geschäft praktisch vollumfänglich der Region Europa zu verdanken. Auf dem «Alten Kontinent» legte der wiederkehrende Betriebsgewinn EBIT um 5,7 Prozent auf 1,47 Milliarden Franken zu.
«Ich habe noch nie so viele Infrastrukturprojekte in der Schweiz gesehen», sagte Gutovic am Freitag am Rande der Bilanzmedienkonferenz im Gespräch mit der Nachrichtenagentur AWP.
Ausserdem hätte die Zahl der Baubewilligungen in Europa mit zweistelliger Prozentzahl angezogen. Sogar in Deutschland und Frankreich habe der Wohnungsbau zugelegt, nachdem er lange Zeit in der Krise gewesen sei. Daneben laufe das Geschäft in Osteuropa stark, sagte Gutovic.
Gewinnrückgang in Lateinamerika
Dagegen erlitt der Konzern in Lateinamerika einen Gewinntaucher. Der wiederkehrende EBIT brach um 10,5 Prozent auf 953 Millionen Franken ein. Hier schlug der starke Franken voll durch. In Lokalwährungen sei der Betriebsgewinn praktisch stabil geblieben, hiess es.
Holcim sei von Projektverzögerungen in Mexiko gebremst worden. Mittlerweile seien diese Projekte gestartet, darunter seien zwei Eisenbahnlinien. Zudem wolle die mexikanische Präsidentin Claudia Sheinbaum 1,8 Millionen Wohnungen bauen. Auch in Argentinien habe sich die Bremse gelöst.
Gleichzeitig expandiere man weiter im Baumarktgeschäft, wo Holcim zwei Baumarktketten übernommen hatte. In Lateinamerika soll die operative Lage nach dem Rückgang im vergangenen Jahr wieder besser werden, wie es weiter hiess.
Vom Ergebnis sollen die Aktionäre profitieren: Holcim will eine Dividende von 1,70 Franken je Aktie ausschütten.
Im laufenden Geschäftsjahr 2026 erwartet Holcim ein Umsatzwachstum von 3 bis 5 Prozent in lokaler Währung. Der wiederkehrende EBIT soll gleichzeitig um 8 bis 10 Prozent in lokaler Währung zulegen. Die entsprechende Marge soll weiter steigen.
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(AWP)

