Sowohl Hongkong wie auch die Schweiz verwalteten 2025 als globale Buchungszentren jeweils rund 2,9 Billionen US-Dollar an ausländischen Geldern, schreibt die Boston Consulting Group (BCG) in ihrem am Mittwoch publizierten «Global Wealth Report 2026». Während Hongkong im vergangenen Jahr dank Geldzuflüssen aus China und einem boomenden Börsenmarkt um 10,7 Prozent wuchs, legte die Schweiz mit einem Plus von 7,6 Prozent langsamer zu.

Entwicklung zeichnete sich ab

In den kommenden Jahren dürfte Hongkong an der Schweiz klar vorbeiziehen: Im Jahr 2030 wird der ostasiatische Finanzplatz laut der Prognose mit grenzüberschreitenden Vermögen von 4,6 Billionen Dollar die deutlich Nummer Eins sein - vor der Schweiz mit rund 4,0 Billionen.

Erste «Verfolgerin» der Schweiz ist Singapur: Dort dürften die grenzüberschreitenden Vermögen von rund 2,1 Billionen bis im Jahr 2030 auf 3,3 Billionen wachsen. Auf den Plätzen vier und fünf der grössten Offshore-Finanzplätze folgen der zuletzt von Zollunsicherheiten und Dollarschwäche gebremste Finanzplatz USA (1,6 Billionen) sowie Grossbritannien (1,0 Billionen).

Keine Überraschung

Für die hiesige Bankenbranche kommt die Entwicklung nicht überraschend. «Diese Entwicklung hat sich über mehrere Jahre abgezeichnet», sagt eine Sprecherin der Schweizerischen Bankiervereinigung (SBVg) gegenüber AWP. So sei das Vermögenswachstum in China ausserordentlich stark und Hongkong profitiere direkt davon: «Gemäss Marktanalysen stammen bis zu zwei Drittel der dort verwalteten Vermögen aus China.»

Die Schweiz bleibe derweil ein «weltweit führender Offshore-Finanzplatz mit breit diversifizierten internationalen Kundenvermögen», betont man bei der SBVg. Diese globale Abstützung sei langfristig ein wichtiger Wettbewerbsvorteil. «Die Branche engagiert sich gezielt in wichtigen Wachstumsmärkten wie Asien, den USA und Europa und partizipiert direkt an deren Entwicklung.»

Auch BCG-Co-Studienautor Michael Kahlich sieht die Schweiz langfristig in einer starken Position: Das Land werde weiterhin von seiner traditionellen Rolle als sicherer Hafen profitieren. Sichtbar werde dies im Umfeld des Nahost-Konflikts, wo die Schweiz einen deutlichen Anstieg des Interesses von Kunden verzeichne, die sich angesichts der Unsicherheiten «breiter diversifizieren» wollten.

Globale Vermögen steigen

Die weltweiten Vermögen sind derweil laut der BCG-Studie im vergangenen Jahr stark angestiegen: Die globalen Finanzvermögen kletterten um 10,7 Prozent auf 333 Billionen Dollar und damit so stark wie seit 2021 nicht mehr. Sie profitierten dabei von starken Aktienmärkten und einer Erholung der Anleihenkurse. Dazu kamen Sachwertvermögen - wie etwa Immobilien oder Edelmetalle - von 281 Billionen Dollar (+7,4 Prozent).

In der Schweiz fiel das Wachstum der Finanzvermögen überdurchschnittlich aus: Sie stiegen um 16,1 Prozent auf 4,2 Billionen Dollar - eine der höchsten Wachstumsraten in Westeuropa. Allerdings war ein Teil des Anstiegs wechselkursbedingt: Der Schweizer Franken wertete 2025 gegenüber dem US-Dollar um gut 11 Prozent auf.

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(AWP)