Das Konsortium hat am 8. Juli den rechtskräftigen Zuschlag im Rahmen der S-Bahn-Ausschreibung erhalten, wie die Senatsverwaltung für Verkehr mitteilte. Der Prozess dauerte angesichts der komplexen Ausschreibung mit mehreren Vergabelosen und einem Gesamtvolumen von rund 15 Milliarden Euro deutlich länger als ursprünglich geplant. Zudem verzögerten rechtliche Auseinandersetzungen mit dem unterlegenen Bieter Alstom die Vergabe.

Neue Züge sollen alte Baureihen ersetzen

Der nun vergebene Auftrag umfasst Beschaffung, Betrieb und Instandhaltung des Berliner S-Bahnverkehrs ab dem Jahr 2032 auf der West-Ost- sowie der Nord-Süd-Achse. Die Ringbahn ist darin nicht enthalten. Der Verkehrsvertrag für den Betrieb laufe 15 Jahre, der Vertrag für die Instandhaltung der Züge auf 30 Jahre, teilte die Senatsverwaltung weiter mit.

Die 350 Neufahrzeuge sollen die bisherigen Baureihen 480 und 481 nach und nach ersetzen. Die alten Züge gehen dann in den Ruhestand. Damit sie noch bis 2032 durchhalten, müssen sie in den kommenden Jahren in die Werkstatt und umfassend saniert und aufgerüstet werden.

Insbesondere auf den Linien S1 und S5 kommt es deshalb absehbar zu Einschränkungen für die Fahrgäste. Laut Verkehrssenatorin Ute Bonde (CDU) wird sich das Verkehrsangebot im S-Bahnnetz infolge der Grundinstandsetzung der beiden Baureihen um 0,5 Prozent reduzieren.

Neue Züge sehen aus wie die auf der Ringbahn

Die neuen Züge werden optisch wohl nahezu identisch sein mit den neuen S-Bahnen, die seit einigen Jahren auf der Ringbahn unterwegs sind. Auch diese wurden von Stadler und Siemens gebaut. Der Unterschied liege in der Technik, betonte Siemens-Mobility-Chef Michael Peter. Moderne Halbleiter sollen bei der Umwandlung des elektrischen Stroms Energie sparen.

Gewichtsoptimierte Drehgestelle sparten Gewicht und entlasteten das Schienennetz, sagte Peter. Auch die Fahrgastinformationen würden grundlegend überarbeitet und verbessert. Die neuen Züge werden den Angaben der Deutschen Bahn zufolge über mehr Barrierefreiheit, zusätzlichen Platz für Fahrräder und USB-C-Steckdosen an jedem Doppelsitz verfügen.

Auf welchen Linien die neuen Fahrzeuge zuerst zum Einsatz kommen, sei noch offen, sagte S-Bahn-Chef Heiko Büttner. Klar ist, dass die neue Flotte grösser sein wird als die der bisherigen Baureihen 480 und 481. In Fredersdorf soll deshalb bis spätestens 2032 ein neues Instandhaltungswerk für die S-Bahn entstehen./maa/DP/zb

(AWP)