US-Präsident Trump hatte als Begründung für die jüngsten Angriffe auf den Iran unter anderem behauptet, dass die Islamische Republik dabei sei, ihr Nuklearprogramm zur Entwicklung von Atomwaffen wieder aufzubauen. Im vergangenen Jahr hatten die Vereinigten Staaten und Israel wichtige Nuklearanlagen im Iran bombardiert.

Grossi schloss aber nicht aus, dass die aktuellen Militärschläge auf politischen Erwägungen beruhten, oder auf weiteren Informationen zum iranischen Atomprogramm, die der IAEA nicht vorlägen. Ausserdem wies er darauf hin, dass seine Inspektoren seit mehr als acht Monaten keinen Zugang zu wichtigen Anlagen im Iran gehabt hätten. Deshalb könne die IAEA derzeit nicht überprüfen, ob nukleares Material für militärische Zwecke abgezweigt worden sei. Teheran bestreitet, nach Atomwaffen zu streben.

Grossi: Derzeit keine signifikanten Angriffe auf Irans Atomanlagen

Gewalt sei nicht wünschenswert, aber «eine Tatsache des Lebens», sagte der IAEA-Chef, der für den Posten des UN-Generalsekretärs kandidiert. Es sei nicht an ihm, die Begründungen für die Anwendung von Gewalt zu rechtfertigen oder nicht zu rechtfertigen, so Grossi.

Entgegen der Angaben des Iran, dass am Sonntag der Atom-Komplex in Natans attackiert worden sei, beharrte der IAEA-Chef darauf, dass es bislang keine signifikanten Angriffe auf Nuklearanlagen im Iran gegeben habe. Er berief sich dabei auf Satelliten-Aufnahmen./al/DP/stw

(AWP)