Die IAEA seit derzeit nicht in der Lage zu überprüfen, ob der Iran sein kontroverses Programm zur Uran-Anreicherung eingestellt habe, und wie viel angereichertes Uran derzeit in der Islamischen Republik vorhanden sei, hiess es in dem nicht öffentlichen Dokument der IAEA in Wien, das der Deutschen Presse-Agentur vorlag.

Inspektion in AKW in letzter Minute

Wegen des Kriegs zwischen dem Iran und den Vereinigten Staaten sowie Israel hat Teheran seine Kooperation mit den Inspektoren der IAEA weitgehend auf Eis gelegt. Wenige Tage vor Grossis Bericht und vor einer Tagung des IAEA-Gouverneursrates nächsten Montag liess der Iran diese Woche eine Inspektion seines Atomkraftwerks in Buschehr zu. Insgesamt verfügt das Land über 22 Nuklearanlagen, die zu einem grossen Teil in dem Krieg angegriffen worden sind.

Vor den ersten israelischen und US-Angriffen im Juni 2025 verfügte der Iran nach IAEA-Angaben über rund 440 Kilogramm an Uran mit einem Reinheitsgrad von 60 Prozent - laut Fachleuten genug für mehrere Atomwaffen, falls das Material weiterverarbeitet würde. Teheran bestreitet, nach Nuklearwaffen zu streben.

Verbleib und Zustand dieser Vorräte sind derzeit ungeklärt. Die mangelnde durchgehende Kenntnis der Uran-Bestände ist aus IAEA-Sicht ein Problem, das «mit allerhöchster Dringlichkeit» gelöst werden müsse, wie Grossi schrieb.

Die Verhandlungen des Iran mit den USA über ein Rahmenabkommen zur Beendigung des Iran-Kriegs stocken derzeit. Die Einigung könnte laut US-Quellen unter anderem die Öffnung der Strasse von Hormus sowie Verhandlungen über Irans Atomprogramm vorsehen./al/DP/he

(AWP)