Im AKW Fukushima Daiichi war es am 11. März 2011 in Folge eines schweren Erdbebens und riesigen Tsunamis zu einem Super-GAU mit Kernschmelzen gekommen. Mehr als zwölf Jahre danach müssen die zerstörten Reaktoren weiterhin mit Wasser gekühlt werden. Durch einsickerndes Regen- und Grundwasser nimmt die Menge verstrahlten Wassers täglich zu. In rund 1000 Tanks lagern inzwischen mehr als 1,3 Millionen Tonnen davon. Doch nun geht laut dem Betreiber Tepco der Platz dafür aus. Das Wasser soll daher durch einen rund ein Kilometer ins Meer ragenden Tunnel gefiltert und verdünnt verklappt werden.
Das technische System ALPS kann allerdings das Isotop Tritium nicht herausfiltern. Nach Darstellung von Tepco und auch der IAEA besteht dennoch keine Gefahr, da das Wasser verdünnt werde und Tritium in geringen Mengen unschädlich für Mensch und Umwelt sei. Die Konzentration werde auf rund 1500 Becquerel pro Liter sinken, was einem Vierzigstel des nationalen Schwellenwerts entspreche.
Während seines viertägigen Aufenthalts will Grossi laut japanischen Medien ein IAEA-Büro am Standort des havarierten AKW einweihen. In der Aussenstelle sollen Mitglieder eines IAEA-Teams, das die Sicherheitsüberprüfung durchgeführt hatte, zum Zeitpunkt des Beginns der Wassereinleitung stationiert sein.
Gegen die Entsorgungspläne regt sich jedoch weiter Widerstand örtlicher Fischer, die Reputationsschäden und Umsatzeinbussen befürchten. Auch in Ländern wie Südkorea und Neuseeland gibt es Sorgen über mögliche Umweltschäden durch die Verklappung. Laut der japanischen Wirtschaftszeitung "Nikkei Asia" plant Grossi, diese Länder zu besuchen und ihnen die Einschätzung seiner Behörde zur Sicherheit von Japans Entsorgungsplänen zu erläutern. Neben Südkorea und Neuseeland zählten dazu auch die Cook-Inseln, hiess es./ln/DP/zb