Bereits im Vormonat März hatte die IEA einen Rückgang der Nachfrage prognostiziert, aber nur um 80.000 Barrel pro Tag, nachdem der Interessenverband zu Beginn des Jahres noch von einem Anstieg der Nachfragte um täglich 770.000 Barrel ausgegangen war.

Die IEA spricht in ihrem Bericht von einer «sich verschärfenden Zerstörung der Nachfrage». Dies sei eine Folge des sprunghaften Anstiegs der Ölpreise seit Beginn des Krieges. Zu Beginn des Iran-Kriegs war der Preis für Rohöl der Sorte Brent im März zeitweise bis auf über 120 US-Dollar pro Barrel gestiegen, von zuvor etwa 70 Dollar. Zuletzt wurde Rohöl der Sorte Brent aus der Nordsee bei 106 Dollar gehandelt.

Infolge des Iran-Kriegs wurde mit der Strasse von Hormus eine wichtige Handelsroute faktisch geschlossen. Die Lieferströme für Rohöl, Erdgas und Kraftstoffe aus den Fördergebieten am Persischen Golf sind weitgehend unterbrochen, was die Sorgen um das globale Wirtschaftswachstum schürt und die Ölpreise auf hohem Niveau hält.

«Angesichts lokaler Versorgungsengpässe arbeiten Regierungen und Unternehmen daran, den Ölverbrauch einzudämmen und so die Krise unter Kontrolle zu bringen», heisst es weiter im Monatsbericht. Dies erfolge durch Sparmassnahmen, Preiskontrollen oder auch Rationierungen.

Eine Folge des Iran-Kriegs ist auch, dass die weltweiten Lagerbestände an Rohöl nach Einschätzung der IEA in einem Rekordtempo sinken. Die IEA geht im Monatsbericht davon aus, dass diese Entwicklung noch über Monate anhalten dürfte. Mit Freigabe von Notfallreserven durch führende Volkswirtschaften wie die USA, Japan oder Deutschland verringerten sich die weltweit erfassten Öllagerbestände in den Monaten März und April um rund vier Millionen Barrel pro Tag. Der Markt werde bis Oktober «massiv unterversorgt» bleiben, schreiben die IEA-Experten. Die gelte auch, wenn der Konflikt bereits im kommenden Monat ein Ende finden würde./jkr/jsl/stk

(AWP)