«Deutschland bewegt sich im Mittelfeld: Für Zinsen der Staatsschulden gibt Deutschland inzwischen halb so viel aus wie für die Verteidigung», schrieben die Wirtschaftsforscher. Mit Verteidigungsausgaben von 1,6 Prozent und einer Staatsverschuldung von 65 Prozent der Wirtschaftsleistung habe Deutschland beide Ziele verfehlt. Laut Maastricht-Vertrag zur Stabilität des Euro soll die Gesamtverschuldung der öffentlichen Haushalte 60 Prozent nicht überschreiten.

Der Studie zufolge zahlen die USA rund 70 Prozent der Nato-Verteidigungsausgaben. Deutschland dagegen habe seine Ausgaben auf diesem Feld gekürzt und seit der Wiedervereinigung 1991 eine sogenannte Friedensdividende von 680 Milliarden Euro eingefahren.

Mit Blick auf den russischen Angriffskrieg in der Ukraine, die bevorstehenden Wahlen in den USA und die gestiegenen Zinsen sagte Ifo-Militärexperte Marcel Schlepper, auf Dauer könne Europa höhere Verteidigungsausgaben nur mit soliden Staatsfinanzen erreichen. Die meisten europäischen Nato-Staaten könnten das Zwei-Prozent-Ziel schaffen, wenn sie ein Prozent der Ausgaben in anderen Politikfeldern einsparen würden./rol/DP/nas

(AWP)