Das ZIBR befindet sich in Zug in der Nähe des Bahnhofs an der Dammstrasse. Bereits würden dort 15 bis 20 Personen forschen, sagte Bernhard Rütsche von der Universität Luzern den Medien. Nach der fünfjährigen Aufbauphase würden es 30 bis 40 Personen sein.
Für die Aufbauphase sind neun Lehrstühle geplant, fünf sind bereits besetzt. Das Institut habe damit die Grösse einer Fakultät und trage zur Internationalisierung der Universität Luzern bei, sagte Rütsche.
Von einem Verein getragen
Das neue Institut wird nicht von der Universität Luzern getragen, sondern ist dieser als «an Institut» angegliedert. Dessen Träger ist ein Verein. Der Kanton Zug unterstützt es in den ersten fünf Jahren mit total 25 Millionen Franken. Die Mittel nimmt der Kanton aus den Einnahmen der OECD-Mindeststeuer.
Die Blockchainforschung ist damit Teil der Standortförderung des Kantons, der sich gerne als Crypto Valley bezeichnet. Insgesamt will der Kanton Zug die Blockchainforschung in den nächsten fünf Jahren mit knapp 40 Millionen Franken unterstützen. Darin eingebunden ist auch die Hochschule Luzern, die als Fachhochschule im Gegensatz zum neuen universitären Institut angewandte Forschung betreibt.
Wie Technologie nutzen
Das ZIBR untersucht die Auswirkungen der Blockchain-Technologie auf Gesellschaft, Wirtschaft, Recht und Politik. Es solle erforscht werden, wie mit der Technologie umgegangen werden solle, damit sie zum Wohle der Menschheit eingesetzt werde, sagte Rütsche. Denn Blockchain sei viel mehr als Kryptowährung.
Leiter des ZIBR ist Alexander H. Trechsel. Er verwies darauf, dass in Zug mehrere hundert Blockchainfirmen ansässig seien. Es sei eine Chance, dass das ZIBR dort forschen könne, wo die Technologie entwickelt werde. Auch Trechsel betonte die Bedeutung dieser Technologie. Sie habe viele Berührungspunkte mit KI, sagte er.
Aus einem losen Gespräch entstanden
Die Idee, ein solches Institut in Zug zu gründen, ist vor über vier Jahren entstanden. Das Anliegen, mit einer interdisziplinären Forschung zu Blockchain «eine andere Note im Crypto Valley Zug zu setzen», sei in einem «losen Gespräch» aufgekommen, sagte der Zuger Finanzdirektor Heinz Tännler (SVP). Er präsidiert auch den Trägerverein.
Ob Zug länger als fünf Jahre das neue Institut finanziert, liess Tännler offen. Ausgeschlossen sei dies nicht, sagte er, es sei aber eine Anschubfinanzierung.
Fest steht aber, dass das ZIBR nicht von der Wirtschaft finanziert werden solle. Es werde auch keine Auftragsforschung aus der Wirtschaft machen, sagte Rütsche.
(AWP)
