Das Verbot solle in den nächsten ein bis zwei Wochen verabschiedet werden, sagte der Vorsteher des Tessiner Departements für Bau und Umwelt, Claudio Zali (Lega), an einer Medienkonferenz am Freitag. Für einen direkteren Kontakt mit der kantonalen Kommission für Brandschutz übernehme er selber den Vorsitz dieser Kommission. Das Reglement über die Zusammensetzung sei entsprechend geändert worden.

Zudem sei mit der Kantonspolizei vereinbart worden, die Kontrollen zu Brandschutzvorrichtungen zu intensivieren und Bewilligungen öffentlicher Betriebe erneut zu überprüfen. Zali kündigte auch härtere Sanktionen an. Ausserdem plane die Regierung, mehr personelle und finanzielle Ressourcen in den Brandschutz zu investieren.

Überdies würden alle Akteure im Kanton auf das Thema Brandschutz «sensibilisiert». Die Koordination zwischen den verschiedenen Stellen solle intensiviert und verbessert werden - insbesondere vor Grossanlässen wie der Konzertreihe «Moon & Stars» und dem Filmfestival in Locarno, aber auch vor der Fasnacht, die vor der Tür stehe.

Brandschutzspezialisten als Pluspunkt

Im Tessin dürften nur anerkannte Brandschutzspezialisten den Brandschutz in öffentlichen Lokalen überprüfen, erklärte Fabio della Casa, Mitglied der kantonalen Kommission für Brandschutz und Vertreter der Konferenz der technischen Verbände des Kantons Tessin.

Diese Fachperson stelle dann ein entsprechendes Zertifikat aus und überwache auch, ob der Eigentümer eines Gebäudes alle nötigen Unterlagen dem Kanton einreiche. In vielen anderen Kantonen sehe das anders aus: In Graubünden beispielsweise führe die Polizei selber die Brandschutzkontrollen durch. Dass im Tessin diese Vorrichtungen von unabhängigen Personen mit einem Fachausweis durchgeführt würden, sei ein Pluspunkt, hielt della Casa fest.

Seit 2024 ist im Kanton Tessin der Brandschutz in einem separaten Gesetz geregelt. Zuvor war der Brandschutz Teil des Gesetzeskomplexes über die Gebäude.

897 Kontrollen durch Kantonspolizei

Je nach Einstufung eines Gebäudes würden alle zwei, fünf oder zehn Jahre Kontrollen durchgeführt. Wie oft ein Gebäude auf den Brandschutz überprüft werde, komme auf die Nutzung an. Beispielsweise Spitäler und Altersheime würden alle fünf Jahre kontrolliert. Lokale, in denen «gefährliche Substanzen» gelagert werden, würden alle zwei Jahre auf Brandschutzvorrichtungen überprüft. Wohnhäuser kontrolliere man im Tessin bisher alle zehn Jahre.

897 Kontrollen seien im vergangenen Jahr durch die Kantonspolizei durchgeführt worden, rechnete Bernadette Rüegsegger, Leiterin der Allgemeinen Dienste der Tessiner Kantonspolizei, vor. Insgesamt gebe es im Tessin über 2000 Lokale, darunter zahlreiche Restaurants, Bars und Diskotheken.

Vor dem Tessin hatten bereits die Kantone Wallis, Genf, Waadt und Jura hatten beschlossen, pyrotechnische Gegenstände in Restaurants und Bars zu verbieten. Freiburg entschied sich für den Status quo, will die Situation aber aufmerksam beobachten.

mk/

(AWP)