Jeder zweite Erstkäufer finanziere heute seinen Immobilienerwerb damit nahe an der aufsichtsrechtlich zulässigen Obergrenze, schreibt Resolve in seinem am Dienstag publizierten Quartalsbericht zum Hypothekarmarkt. Das sei allerdings kein Ausdruck gelockerter Kreditvergabestandards. Vielmehr sei es die Folge eines Markts, in dem die Immobilienpreise schneller stiegen als Löhne und Ersparnisse der Haushalte.

Die steigenden Immobilienpreise zeigten sich auch beim durchschnittlichen Transaktionswert beim Neuerwerb von Hauptwohnsitzen: Dieser stieg zum Vorquartal um 4 Prozent auf 751'000 Franken. Auch der durchschnittliche Kaufpreis bei Renditeimmobilien lag mit 1,03 Milliarden um knapp 8 Prozent über dem Wert des Vorquartals.

Aufschwung im zweiten Quartal

Der Hypothekenmarkt legte laut dem Hypothekenvermittler im zweiten Quartal des Jahres mit 22'130 neuen Krediten (+5,0 Prozent) und einem Volumen von 20,2 Milliarden Franken (+10,3 Prozent) gegenüber dem Startquartal 2026 zu. Das zweite Quartal profitiere regelmässig von der Belebung der Immobilientransaktionen im Frühjahr. Allerdings bleibe der Markt damit noch unter dem Niveau der Vorjahresperiode, schreibt Resolve unter Berufung auf Daten der Schweizerischen Nationalbank (SNB) und auf eigene Zahlen.

Derweil erwiesen die Zinssätze im zweiten Quartal wegen der geopolitischen Turbulenzen im Nahen Osten als hoch volatil: So stieg der zehnjährige Franken-Swap-Satz als Referenzgrösse für die Preisbildung langfristiger Festhypotheken zwischen Ende Februar und Mitte Mai um rund 40 Basispunkte, bildete sich dann aber wieder nahezu auf den Ausgangswert zurück.

tp/uh

(AWP)