Der Aufwärtstrend der Immobilienpreise seit 2024 habe sich fortgesetzt, sagte VDP-Präsident Gero Bergmann in Frankfurt. «Inzwischen sind die Preise für Wohnimmobilien nicht mehr weit von ihrem im Sommer 2022 erreichten Rekordniveau entfernt.» Damals hatten Niedrigzinsen für einen Boom gesorgt.
Steigende Preise und Mieten erwartet
In den sieben Metropolen, darunter Berlin, Hamburg und München, stiegen die Kaufpreise zum Jahresende 2025 besonders um 4,7 Prozent, so der Verband, in dem die wichtigsten Immobilienfinanzierer zusammengeschlossen sind. Die Neuvertragsmieten seien in den Metropolen um 3,5 Prozent geklettert.
Wegen des grossen Mangels an Wohnraum rechnet der Verband damit, dass die Mieten weiter steigen und sich Immobilien 2026 im Bundesschnitt um 2,5 bis 4,5 Prozent verteuern. Dann könnten hier neue Rekorde erreicht werden.
Allerdings verstärke der Iran-Krieg, der die Inflation treibe, die Unsicherheit, sagte Bergmann. Ob die Europäische Zentralbank (EZB) im Jahresverlauf die Leitzinsen anhebe und die Zinskosten für private Hausbauer und grosse Investoren stiegen, bleibe abzuwarten. Die Zuversicht zu Jahresbeginn sei inzwischen vom Krieg gedämpft. Von einer Refinanzierungskrise könne aber noch keine Rede sein.
Würgen höhere Bauzinsen die Erholung ab?
Wegen des Iran-Kriegs müssen Hausbauer und Wohnungskäufer höhere Kreditzinsen stemmen. Denn mit gestiegenen Öl- und Gaspreisen und einer höheren Inflation im Euroraum wird erwartet, dass die EZB die Leitzinsen in den kommenden Monaten anhebt.
Im Zuge dessen sind die langfristigen Kapitalmarktzinsen, an denen sich die Bauzinsen orientieren, deutlich gestiegen. Für zehnjährige Immobilienkredite werden wieder Zinsen von knapp vier Prozent fällig. Für Verbraucher, die oft Kredite über Hunderttausende Euro aufnehmen, ist das schmerzhaft.
Gefragte Eigenheime
2025 hatten Banken noch deutlich mehr Kredite für Häuser und Wohnungen vergeben. Das Volumen der neu ausgereichten Darlehen stieg laut VDP um 17,5 Prozent auf 92,6 Milliarden Euro, bei Mehrfamilienhäusern stand sogar ein Plus von rund einem Viertel. Auch das Neugeschäft mit Gewerbeimmobilien, das mit dem Homeoffice-Trend in die Krise rutschte, erholte sich deutlich./als/DP/nas
(AWP)
