Grundlage dafür sind die dicken Auftragspolster, die im vergangenen Jahr nochmals um ein Viertel grösser geworden sind und mittlerweile 8,5 Milliarden Franken erreichen. Zudem sind die neuen Aufträge deutlich profitabler als die alten.
«Für das laufende Jahr gehen wir davon aus, dass wir etwa gleich viel Umsatz machen wie 2025», erklärte Vollmar. Im vergangenen Jahr war der Umsatz um 2,4 Prozent auf 3,47 Milliarden Franken gesunken.
Denn der Auftragsbestand sei für 2026 ungefähr gleich hoch wie im vergangenen Jahr. Dabei seien die Dynamiken unterschiedlich: Während der Hochbau klar zulegen werde, dürfte sich der Tiefbau flach oder eher rückläufig entwickeln.
Schub in Deutschland
Schub erwartet Vollmar von Deutschland. Nach einem Umsatzrückgang um 10 Prozent auf 850 Millionen Franken im 2025 werde dort der Umsatz im laufenden Jahr wieder anziehen: «Wir werden 2026 über 1 Milliarde Umsatz in Deutschland erzielen», sagte der Konzernchef.
Wie stark Implenia dabei vom riesigen Infrastrukturprojekt der deutschen Regierung profitieren werde, sei schwierig zu sagen. Denn es sei nicht immer klar, welches Projekt aus welchem Topf finanziert werde, sagte Vollmar. Aber in der Summe habe Implenia den Auftragsbestand in Deutschland um über 20 Prozent gesteigert. Dabei habe man auch Fortschritte im Verteidigungsbereich gemacht, in welchem Implenia wachsen wolle.
Derzeit könne Implenia wachsen, ohne weitere Kosten für zusätzliche Strukturen aufbauen zu müssen. Die Wachstumstreiber seien die Spezialisierung im Hochbau und im Immobiliengeschäft. So hätten beispielsweise Rechenzentren eine Marge, die um Faktoren höher sei als normale Gebäude.
Rechenzentren boomen
«Bei den Rechenzentren geht die Post ab», sagte Vollmar. Derzeit habe man eine Handvoll Projekte für Datenzentren in der Schweiz. Die hätten eine Grösse von je ein paar hundert Millionen Franken pro Projekt. Aktuell sei ein Rechenzentrum in Beringen/SH im Bau.
Auch in Deutschland schaue man sich Projekte für Rechenzentren an. Im Bau sei aber noch keines, sagte Vollmar. Daneben seien etwa Spitäler oder der Laborbau die Wachstumstreiber. So habe Implenia Spitalprojekte in München, Hamburg und im Süden von Baden-Württemberg vor der Brust, sagte der Implenia-Chef: «Wir hoffen, davon zu profitieren.»
Mehr Betriebsgewinn
Im laufenden Jahr will Implenia den Betriebsgewinn EBIT auf rund 150 Millionen Franken steigern, nachdem er im vergangenen Jahr um 7,6 Prozent auf 140,5 Millionen Franken zugelegt hatte. Ab nächstem Jahr soll der operative Gewinn weiter bergauf gehen und «über 150 Millionen Franken» zu liegen kommen.
«'Über 150 Millionen' heisst nicht 151 Millionen», bekräftige Vollmar: «Wir wollen deutlich über 150 Millionen Franken abschliessen.» Und die Betriebsgewinnmarge solle im nächsten Jahr näher an das mittelfristige Ziel von 4,5 Prozent rücken. 2025 hatte die Marge 4,0 Prozent erreicht.
Persönlich hegt Vollmar ehrgeizige Ziele: «Wir können doppelt so gross werden», sagte er. Das sei seine persönliche Ambition.
«Ich bin ja noch jung», sagte der 41-Jährige, der vor einem Jahr die Führung des grössten Schweizer Baukonzerns übernommen hat. Die Verdoppelung der Grösse sei in den nächsten zehn Jahren möglich, sagte er im Gespräch mit AWP weiter.
Die Finanzgemeinde reagierte erfreut. Nach dem Kurseinbruch vom Vortag schloss die Aktie um knapp 10 Prozent im Plus.
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(AWP)
