Die gestörten Lieferketten als Folge des Kriegs der USA und Israels gegen den Iran belasten das bevölkerungsreichste Land der Erde erheblich. Indien deckt 90 Prozent seines Ölbedarfs und 60 Prozent seines Bedarfs an Flüssiggas (LPG) mit Importen ab. Zugleich verstärken höhere Ölpreise den Druck auf die Landeswährung, die in den vergangenen Wochen erheblich an Wert gegenüber dem US-Dollar verlor.
«Vocal for Local»
Bisher verzichtete die Regierung in Neu-Delhi darauf, die Preise an den Tankstellen drastisch zu erhöhen, um die Menschen, die bereits höhere Lebensmittel- und Gaspreise zu spüren bekommen, nicht zu stark zu belasten. Doch wird befürchtet, die Preise für Benzin und Diesel könnten schon bald deutlich steigen.
Zur Liste der Vorschläge Modis gehört auch, einheimische Produkte zu kaufen. «Durch jede Anstrengung, ob gross oder klein, müssen wir unseren Konsum importierter Produkte verringern, und wir müssen auch persönliche Aktivitäten vermeiden, die zu Devisenausgaben führen.» Das Gebot der Stunde laute «Vocal for Local» (entschieden lokal).
Hochzeiten im Inland
So schlug er den Menschen auch vor, auf Hochzeitsfeiern im Ausland zu verzichten. Dieser Trend nehme rasch zu. «Beachtet, dass das erhebliche Ausgaben ausländischer Devisen mit sich bringt», sagte der 75-jährige Regierungschef.
Wie schon bei einer Rede am Sonntag in Telangana rief er die Bürger und Unternehmen auf, wieder verstärkt auf Homeoffice umzusteigen. Von unnötigen Auslandsreisen sollten die Inder im eigenen Land mindestens ein Jahr lang Abstand nehmen.
Oppositionsführer Rahul Gandhi warf Modi vor, den Menschen vorschreiben zu wollen, was sie zu tun und zu lassen hätten. Damit wälze die Regierung «Verantwortung auf die Bevölkerung» ab, schrieb Gandhi auf X. Modi versprach, die Regierung werde daran arbeiten, Störungen des Alltags der Menschen möglichst gering zu halten./dg/DP/he
(AWP)
