Der von S&P Global ermittelte Einkaufsmanagerindex fiel um 2,1 Punkte auf 48,6 Punkte, wie S&P am Donnerstag in London nach einer ersten Schätzung mitteilte. Dies ist der tiefste Stand seit 17 Monaten.

Der Stimmungsindikator rutschte unter die Expansionsschwelle von 50 Punkten, was auf ein Schrumpfen der wirtschaftlichen Aktivitäten hindeutet. Der Stimmungsdämpfer ist zudem deutlich stärker als erwartet ausgefallen. Analysten hatten im Schnitt nur einen Rückgang auf 50,1 Punkte erwartet.

In den einzelnen Bereichen der Wirtschaft zeigte sich ein unterschiedliches Bild. Während der Indikator für die Industriebetriebe überraschend gestiegen ist, ist er für den Dienstleistungsbereich unerwartet deutlich unter die Expansionsschwelle gefallen. Die bessere Stimmung in den Industriebetrieben erklärte S&P Global zum Teil mit einem stärkeren Lageraufbau.

In den deutschen Industriebetrieben hat sich die Stimmung in etwa wie erwartet eingetrübt, der Stimmungsindikator hielt sich aber über der Expansionsschwelle. Deutlich schlechter fiel das Stimmungsbild in den Firmen des Dienstleistungssektors aus. Hier deuten die Daten auf ein Schrumpfen der Aktivitäten hin. 

In Frankreich, der zweitgrössten Volkswirtschaft der Eurozone nach Deutschland, trotzte die Stimmung in den Industriebetrieben überraschend den Auswirkungen des Iran-Kriegs. In den französischen Dienstleistungsbetrieben allerdings hat sich die Stimmung ähnlich wie in Deutschland spürbar eingetrübt.

«Die Eurozone sieht sich aufgrund des Krieges im Nahen Osten mit konjunkturellen Problemen konfrontiert», sagte Chris Williamson, Chefvolkswirt bei S&P Global. Der Konflikt habe die Wirtschaft im April schrumpfen und gleichzeitig die Inflation sprunghaft ansteigen lassen.

Nach Einschätzung von Thomas Gitzel, Chefvolkswirt der VP Bank, dürften die hohen Energiepreise das Wachstum spürbar belasten. Vor allem der Dienstleistungssektor komme unter Druck./jkr/la/jha/

(AWP)