Im Zuge des Nahost-Konfliktes könnten Donohoe zufolge zudem bis zu 15 Millionen Jobs verloren gehen. «Jeder Tag, an dem der Konflikt andauert, bringt uns näher an das obere Ende unserer Schadensprognosen», sagte er.

Donohoe war im November 2025 zur Weltbank in die US-Hauptstadt Washington gewechselt. In seiner neuen Rolle als «Chief Knowledge Officer» vermittelt er das Wissen an Regierungen, um die Lebensqualität in Schwellen- und Entwicklungsländern zu verbessern.

Donohoe: Vor der Inflation ist nach der Inflation

Die Schwellen- und Entwicklungsländer müssten sich auf einen zusätzlichen Inflationsschock von bis zu knapp vier Prozent einstellen. Viele Länder, die sich erst vom vergangenen Inflationsanstieg erholt hatten, seien nun erneut mit einer drastischen Teuerungsrate konfrontiert, sagte Donohoe weiter. Grund dafür ist die anziehende Inflation infolge der Sperre der Strasse von Hormus, die einen Einbruch des Rohstoffangebots zur Folge hat.

Kurzfristig sei die Weltbank in der Lage, betroffenen Regierungen mit 20 bis 25 Milliarden US-Dollar unter die Arme zu greifen, sagte frühere irische Finanzminister. Die Mittel zur Stabilisierung von Haushalten und Sicherung der Grundversorgung müssten dafür aus anderen Investments umverteilt werden.

Die Chefin des Internationalen Währungsfonds (IWF), Kristalina Georgiewa, erwartet einen kurzfristigen Bedarf zwischen 20 und 50 Milliarden US-Dollar an Notfallkrediten. Dabei dürfte die tatsächlich benötigte Summe eher am unteren Ende liegen, sofern die derzeitige Waffenruhe anhalte. Die Organisation kann mit solchen Krediten dafür Sorge tragen, dass Länder zahlungsfähig bleiben.

Der IWF und die Weltbank haben am Montag ihre Frühjahrstagung begonnen. In der US-Hauptstadt Washington kommen jährlich Finanzminister, Vertreter der Finanzwirtschaft und der Entwicklungszusammenarbeit sowie Zentralbanker zusammen. Deutschland ist einer der grössten Anteilseigner der Weltbank./ngu/DP/nas

(AWP)