Zwar hat auch der Iran ein Interesse daran, sein Öl über die Strasse von Hormus zu exportieren. Strittig ist aber weiterhin, welche Schiffe die Meerenge passieren dürfen und wer die Kontrolle darüber haben soll.
Araghtschi behauptete weiter, die Verhandlungen für ein Ende des Kriegs machten «dank des grossen Einsatzes Pakistans Fortschritte». Die USA sollten darauf achten, «sich nicht von böswilligen Kräften wieder in einen Sumpf hineinziehen zu lassen». Das Gleiche gelte auch für die Vereinigten Arabischen Emirate (VAE).
US-Präsident Trump hatte am Sonntag den Start einer Initiative mit dem Titel «Projekt Freiheit» verkündet. Laut dem zuständigen US-Regionalkommando (Centcom) waren am Montag Zerstörer durch die Strasse von Hormus in den Persischen Golf eingefahren. Zwei Handelsschiffe unter US-Flagge hätten das Seegebiet verlassen können, hiess es. Unabhängige Bestätigungen dafür gab es nicht.
Die iranischen Revolutionsgarden feuerten nach eigenen Angaben mehrere Raketen als Warnung in Richtung der US-Kriegsschiffe ab. Darüber hinaus bestätigte der Iran einen Angriff auf Ölanlagen im Hafen von Fudschaira in den VAE, die in Brand gerieten. Als Begründung nannte ein Militärvertreter eine «illegale Passage» von US-Kriegsschiffen durch die Strasse von Hormus. Fudschaira ist ein Hafen, von dem aus die VAE ihr Öl exportieren können, ohne dass Tanker durch die Strasse von Hormus fahren müssen.
Am 8. April war unter Vermittlung Pakistans eine Waffenruhe zwischen den USA und dem Iran vereinbart worden, die nun brüchig zu werden scheint. Die Gespräche zwischen den Konfliktparteien haben bisher keine Ergebnisse gebracht. Die Öffnung der für den weltweiten Ölhandel wichtigen Meerenge ist neben dem iranischen Atomprogramm einer der Knackpunkte in den Verhandlungen zwischen den USA und dem Iran zur Beilegung des Konflikts./hme/DP/zb
(AWP)
