Zugleich entschuldigte er sich für die Angriffe auf Nachbarländer. «Diese Vorfälle waren das Ergebnis der chaotischen Situation nach dem Tod mehrerer hochrangiger Kommandeure, als die Streitkräfte führungslos waren und eigenständig handeln mussten», sagte er.
Im Anschluss an die Rede Peseschkians erklärten die Islamischen Revolutionsgarden laut Nachrichtenagentur Tasnim, dass sie in Übereinstimmung mit den Anweisungen des Präsidenten die Interessen und die nationale Souveränität der Nachbarländer respektierten. Alle Militärstützpunkte und Interessen der USA und Israels zu Wasser, zu Land und in der Luft in der Region würden aber weiter als Hauptziele angesehen.
Peseschkians Aussage und die der Revolutionsgarden bedeuten, dass auch von US-Militärstützpunkten in der Region keine Angriffe auf den Iran erfolgen dürfen. Da solche Basen in mehreren Nachbarländern stationiert sind, würde die Bedingung faktisch auch die USA betreffen.
Aus Sicht des israelischen Iran-Experten Danny Citrinowicz wirft die Erklärung von Präsident Massud Peseschkian eine grundlegende Frage auf: Wer hat derzeit tatsächlich die Kontrolle im Iran? Was sich hinter den Kulissen tatsächlich abspiele, lasse sich von aussen nicht erkennen.
Doch wenn die politische Führung etwas erkläre, während sich vor Ort das Gegenteil ereigne, deute das auf zunehmende Probleme im iranischen Entscheidungsgefüge hin, so Citrinowicz auf der Plattform X. «Entweder wächst eine Entkopplung zwischen der politischen Führung und dem Sicherheitsapparat oder Teile des Sicherheitsestablishments handeln unabhängig von der politischen Führung.»
(AWP)
