Das Papier verlor als einer der schlechtesten SDax -Werte fast 4 Prozent. Damit weitete der Kurs sein in diesem Jahr aufgelaufenes Minus auf gut 13 Prozent aus. Der Erlös im zweiten Quartal sei überraschend schwach ausgefallen, schrieb Analyst Martin Comtesse vom US-Investmenthaus Jefferies. Die Entwicklung zeige einen starken Kontrast zum grössten deutschen Konkurrenten Bechtle . Im zweiten Halbjahr müsse sich die Umsatzentwicklung nun deutlich beschleunigen, um das Jahresziel noch zu erreichen.

Der Umsatz war in der ersten Jahreshälfte von verzögerten Investitionsentscheidungen der Kunden belastet, wie Vorstandschef Rüdiger Rath in der Mitteilung einräumte. Der Erlös sank um 3,5 Prozent auf 775,9 Millionen Euro. Analysten hatten bereits damit gerechnet, dass Cancom beim Umsatz schwächer dastehen könnte, während es beim operativen Ergebnis besser laufen sollte.

Die Branche steckt derzeit in einer schwierigen Phase. Die Preise für IT-Hardware wie vor allem Speicherkomponenten steigen drastisch, was für Zögern bei den Kunden aus dem Mittelstand sorgt.

Im Softwaregeschäft sieht es dagegen besser aus. So stieg zwar das Geschäftsvolumen von Cancom insgesamt, doch beim Verkauf von Software anderer Hersteller dürfen sich die IT-Unternehmen nicht den vollen Verkaufspreis als Umsatz anrechnen, sondern nur den Bruttogewinn.

Besser mit der Situation kam der grössere Rivale Bechtle klar, der im ersten Halbjahr eine erholte Nachfrage von Behörden nutzte und den Umsatz deutlich steigern konnte. Die Firma aus Neckarsulm hatte daher Ende Juli mit vorläufigen Zahlen ihren Jahresausblick angehoben.

Immerhin profitierte Cancom deutlich von seinem Sparkurs. Das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) kletterte im Halbjahr um ein gutes Drittel auf 49,2 Millionen Euro. Unter dem Strich stand ein Gewinn von 11,2 Millionen Euro für die Aktionäre, nach 2,76 Millionen ein Jahr zuvor.

Die Jahresprognose bestätigte das Management. So soll der Umsatz 2026 auf zwischen 1,75 und 1,85 Milliarden Euro steigen (Vorjahr: 1,71), das operative Ergebnis auf 110 bis 130 Millionen Euro (Vorjahr: 102,5)./men/lew/mis

(AWP)