Wie das im SDax notierte Unternehmen am Montag in München mitteilte, stieg der Umsatz der Monate April bis Juni um 8 Prozent auf 226,8 Millionen Euro. Das um Sondereffekte bereinigte Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) brach allerdings um 28 Prozent auf 28,9 Millionen Euro ein. Das Management begründete dies mit "beträchtlichen überschüssigen Kapazitäten in der Softwareentwicklung". Als Reaktion darauf seien Gehälter und die Zahl der Mitarbeiter angepasst worden. Positive Effekte aus der Massnahme erhofft sich die Unternehmensführung dann im zweiten Halbjahr. "Nagarro unternimmt grosse Anstrengungen, um die Kostenbasis zu reduzieren", hiess es weiter.

Stifel-Branchenkenner Adrian Pehl monierte in einer ersten Einschätzung am Montag, dass das Management deutlich schneller auf die Kosten hätte reagieren und einen Stellenabbau einleiten müssen.

Bereits am vergangenen Freitag hatte das Management nach Börsenschluss seine Ziele für 2023 erneut gesenkt. Wegen ungünstiger Währungsentwicklungen und Zurückhaltung in einigen Projekten sei nur noch mit einem Erlös von etwa 915 Millionen Euro zu rechnen. Nagarro hatte erst Mitte Mai seine Umsatzerwartung von mehr als einer Milliarde auf 940 Millionen Euro gesenkt.

Bei der Bruttomarge peilt das Unternehmen nur noch 26 Prozent an und damit zwei Prozentpunkte weniger als zuvor. Die Ebitda-Marge (Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen) soll statt 15 Prozent nun bei 13 Prozent liegen. Alle neuen Prognosen beruhen auf aktuellen Wechselkursen und berücksichtigen keine künftigen Übernahmen./ngu/mne/stk