Bei der Frühjahrstagung von Internationalem Währungsfonds und Weltbank wird es laut IWF-Chefin Kristalina Georgiewa darum gehen, den Schock des Nahost-Krieges zu bewältigen. ‌Sie ⁠erklärte am Donnerstag, der IWF erwarte kurzfristig einen Anstieg der Nachfrage nach Finanzhilfen ⁠auf 20 bis 50 Milliarden Dollar infolge der Auswirkungen der Kämpfe. Georgiewa sagte, der nunmehr ‌in eine Waffenruhe übergegangene Krieg stelle die Weltwirtschaft auf eine ‌Belastungsprobe.

Der Krieg habe den IWF ​veranlasst, seine globale Wachstumsprognose zu senken, bekräftigte die IWF-Chefin: «Tatsache ist, dass wir nicht wirklich wissen, was die Zukunft für den Transit in der Strasse von Hormus oder die Erholung des regionalen Flugverkehrs bereithält.» Sie fügte hinzu: «Was wir aber wissen, ‌ist, dass das Wachstum langsamer sein wird – selbst wenn der neue Frieden von Dauer ist.»

Georgiewa hatte der Nachrichtenagentur Reuters jüngst gesagt, der Nahost-Krieg führe zu höherer ​Inflation und einem langsameren globalen Wachstum: «Hätten wir diesen Krieg nicht, hätten ​wir eine leichte Anhebung unserer Wachstumsprognosen gesehen. Stattdessen ​führen nun alle Wege zu höheren Preisen und einem langsameren Wachstum.» Im Januar hatte der ‌IWF für 2026 ein globales Wachstum von 3,3 Prozent und für 2027 von 3,2 Prozent veranschlagt. Es wird erwartet, dass der Fonds in seinem während der Frühjahrstagung ​nächste ​Woche anstehenden aktualisierten Ausblick eine Reihe von ⁠Szenarien präsentieren wird. Selbst im optimistischsten Szenario geht ​es laut Georgiewa um eine ⁠Abwärtskorrektur der Wachstumsprognose aufgrund von Infrastrukturschäden, Lieferengpässen, Vertrauensverlusten und anderen negativen Auswirkungen.

Israelische Angriffe ‌auf den Libanon haben Zweifel an der Tragfähigkeit der für Nahost vereinbarten Feuerpause aufkommen lassen. US-Präsident Donald Trump will seine Truppen bis ‌zum Abschluss eines Friedensabkommens mit dem Iran in der ​Region belassen und hat im Falle eines Scheiterns mit einer massiven militärischen Eskalation gedroht.