Die Zentralbank wies erneut auf das Risiko hin, dass die Inflation die anvisierte Zielmarke von zwei Prozent überschreiten könnte und bekräftigte ihre Absicht, die Zinsen künftig weiter anzuheben. Sie erklärte, der Anstieg der Verbraucherpreise werde in der zweiten Hälfte des laufenden Geschäftsjahres voraussichtlich deutlich über dem Zielwert liegen. Zuletzt hatte die Notenbank den Leitzins im Juni um 0,25 Prozentpunkte angehoben.

Wie aus ebenfalls am Freitag veröffentlichten Daten der Regierung hervorgeht, ist die Inflation im Grossraum Tokio im Juli überraschend stark gestiegen. Die Verbraucherpreise in der Hauptstadt ohne Frischwaren stiegen im Jahresvergleich um 2,0 Prozent. Im Juni hatte die Jahresrate nur bei 1,7 Prozent gelegen und Analysten hatten im Schnitt einen Anstieg auf 1,8 Prozent erwartet. Die Preisdaten aus dem Grossraum Tokio gelten an den Finanzmärkten als Frühindikator für die gesamte Preisentwicklung des Landes.

Die Zinsentscheidung der Bank of Japan wurde mit einer Gegenstimme getroffen. Sie erfolgte, nachdem die japanische Regierung Insidern zufolge in der vergangenen Nacht am Devisenmarkt interveniert hatte, um den Yen zu stützen. Zuvor war die Währung auf ein 40-Jahres-Tief gefallen. Ein schwacher Yen verteuert die Importe, was die Inflation anheizt. Nach der Zinsentscheidung gab der Yen zum US-Dollar etwas nach./jkr/jha/

(AWP)